Fatale Begierde
Unter den Zahlen ist sie, wenn schon nicht die allein glückseligmachende, so doch zumindest die mit dem größten magischen Potenzial.
SiebenTage dauerte die Schöpfung, sieben Weltwunder sind verzeichnet, auf sieben fette folgen (der Josefsgeschichte zufolge) stets sieben magere Jahre, auch die sieben letzten Worte Jesu am Kreuz sprechen eine deutliche (biblische) Sprache; und selbst die Poesie unseres Alltags verzeichnet die Zahl als bedeutsam, denken wir an die elegisch-existenziellen Refrainzeilen in Peter Maffays populärstem Lied: «Über sieben Brücken musst du geh’n, / sieben dunkle Jahre übersteh’n, / siebenmal wirst Du die Asche sein, / aber einmal auch der helle Schein» – was mit einiger Fantasie vielleicht sogar eine Anspielung auf die Lichtgestalt Gustav Mahler sein könnte, der anno 1860 am siebten Tag des siebten Monats das Licht jener Welt erblickte, der er später abhanden kam.
Kaum zufällig (der stoffliche Urgrund legt es nahe) spielt die Zauberzahl auch in Richard Strauss’ «Salome» eine hervorstechende Rolle: Siebenmal wiederholt die Tochter der Herodias, wonach sie verlangt, was sie konkret zu haben wünscht: «den Kopf des Jochanaan». Und hat der Tetrarch sechsmal ...
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Opernwelt Januar 2023
Rubrik: Im Focus, Seite 14
von Jürgen Otten
Frau Rutigliano und Frau Mendrala, wo sind Sie und Ihre Kinder gerade?
Julia Rutigliano: Ich probe gerade in Schwerin. Mein Sohn ist bei meiner Mutter in München.
Annika Mendrala: Auf dem Weg nach Bern, da leite ich den Studiengang CAS Singstimme. Dann sind gleich wieder Proben für ein Konzert in Hamburg, wo ich auch lebe. Die Kinder sind bei meinem Mann und den...
Oper muss endgültig aus dem Elfenbeinturm herabsteigen, sie muss Relevanz beweisen und für alle erfahrbar werden: Seitdem die Post-Corona-Leere die Theater im Griff hat, sind diese Forderungen noch häufiger zu hören als zuvor. Müssen wir also Musiktheater neu denken, damit es überlebt? Christina Gutiérrez Malmborm hat sich 2013 gesagt, sie wolle jetzt in der...
Am Ende, wenn nach guten drei Stunden der Saal des Opernhauses zu Lille in orangerotem Licht erglüht, geschieht das bislang Ungesehene. Beim Auftritt der Solistinnen und Solisten herrscht ein Getrampel und Gejubel auf der Bühne, das seinesgleichen sucht. Dafür verantwortlich zeichnen Heerscharen von Kindern und Jugendlichen, die bei dieser Aufführung herausragend...
