Farbige Klangrede
«Leicht will ich’s machen dir und mir», singt die Marschallin im «Rosenkavalier». An Opernaufführungen im Festsaal von Schloss Esterházy hat sie dabei freilich nicht gedacht. Denn den in sich geschlossenen barocken Raum für Bühnenaufführungen zu nutzen, den wunderbaren Fresken und Deckengemälden Carpoforo Tencallas theatralische Bilder entgegenzusetzen, ist eine überaus schwierige Aufgabe. Seit 1994 stellten sich Regisseure und Bühnendesigner bei den Haydn Festspielen in Eisenstadt dieser Herausforderung mit wechselndem Erfolg.
Bei «L’anima del filosofo» (1791), der in diesem Jahr herausgebrachten letzten Produktion des Zyklus der Opern Joseph Haydns, fand Ausstatterin Alexia Redl für Michael Schilhans Inszenierung eine praktikable Lösung: einen transparenten, dank Frank Sobottas Licht-Design schwerelos wirkenden Würfel als Teatrum mundi. In diesem gerierten sich Schilhans szenische Etüden über dieses merkwürdige Stück mit dem ungelösten Rätsel des Titels (Wer ist die Seele? Wer der Philosoph?) als revuehafte Zeit- und Lebensreise – bis hin zum musikalisch seltsam offenen, geradezu nihilistischen, in leisem Entsetzen versickernden Schluss, nachdem der Künstler Orpheus von Mänaden ...
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Er ist der Mann für die tönende Zeitgeschichte, doch John Adams legt Wert darauf, keine «CNN-Opern» zu schreiben, auch wenn er schon «Nixon in China» zum Tanzen aufgefordert hat. Mit «The Death of Klinghoffer» brachte er einen Terrormord palästinensischer Extremisten an einem jüdischen US-Bürger auf die Bühne und sich selbst wegen vermeintlich antisemitischer...
Edgar Allan Poe hat es auf den Punkt gebracht: «Was das Publikum in einer Zeitschrift sucht, ist das anderswo nirgends Beschaffbare.» Das gilt auch und gerade für den Inseratenteil von Zeitungen. Keiner hat sich darüber lustiger gemacht als Gioacchino Rossini in seinem Dramma per musica «La gazzetta», frei nach Goldonis Stück «Il matrimonio per concorso», mit dem...
Herr Konold, Sie sind seit diesem Jahr als Nachfolger von Wolfgang Gönnenwein künstlerischer Leiter der Ludwigsburger Festspiele und gleichzeitig Intendant des Staatstheaters Nürnberg. Was hat Sie an dieser Aufgabe und an dieser Doppelrolle gereizt?
Zwei Dinge. Zum einen: Ich vergleiche ein Staatstheater mit fünfhundert Mitarbeitern immer mit einem Supertanker. Sie...
