Es werde Licht

Laurenz Lütteken sucht sehr erfolgreich nach dem verborgenen Sinn in der Musik

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Eine «ungewöhnliche Entdeckungsreise», die nach einer neuen Antwort auf die alte Frage sucht, was Musik eigentlich sei, ob sie sich selbst zum Gegenstand werden kann, also jenseits ihrer technischen Analyse wie ihrer emotionalen Wirkung einen «verborgenen Sinn» besitzt, den sie uns mitteilen will, verspricht Laurenz Lütteken den Lesern seines jüngsten, der Komponistin Isabel Mundry gewidmeten Buches.

Sowohl die Titelmetapher als auch das Begriffspaar von Verhüllung und Enthüllung entnimmt er Hans Blumenbergs eminenter Studie «Die Legitimität der Neuzeit», die dort zentrale Kategorien des Epochenumbruchs vom Mittelalter zur Neuzeit um 1600 bezeichnen.

Bei dieser Entzifferung, das bekunden schon die beiden ältesten Beispiele, Monteverdis «Combattimento di Tancredi e Clorinda» (1624) und Gregorio Allegris «Miserere» (1638), geht es dem Autor keineswegs um eine Motivgeschichte in Analogien und Korrespondenzen. Sondern um die Signifikanz des jeweiligen Werks. Während bei Monteverdi das «Verhüllen und Enthüllen» als Chiffre für die vollkommen neue Form eines «vorgeführten» Theaters dient, ist das Verlöschen des Lichts in der Karmette bei gleichzeitiger Enthüllung des Klangs in Allegris ...

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Opernwelt Januar 2022
Rubrik: BUCH des Monats, Seite 35
von Uwe Schweikert

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