Erfrischend natürlich
Wir wissen natürlich nicht, was genau sich da in der Einkaufstüte befand, als Papst Franziskus Anfang des Jahres einen römischen Schallplattenladen verließ. Dessen Besitzer gab lediglich bekannt, er habe seinem prominenten Kunden eine Schallplatte mit Musik von Mozart geschenkt. Wir hätten freilich für den klassische Musik liebenden Heiligen Vater schon das richtige Geschenk anbieten können: «Mozart made in Salzburg» heißt die 18 Nummern umfassende, sehr persönliche Liebeserklärung des jungen Salzburger Baritons Rafael Fingerlos an seinen genialen Landsmann.
Als in Pandemiezeiten öffentliche Auftritte nicht möglich waren, produzierte der aufstrebende Sänger, der sich mit originellen «Konzeptalben» und bemerkenswerten Lied-CDs einen Namen gemacht (und zwischenzeitlich sein Engagement an der Wiener Staatsoper gegen freiberufliche Verpflichtungen eingetauscht hat), das «Heimspiel» einfach selbst. Als kundige Mitstreiter engagierte er das Mozarteumorchester und dessen 86-jährigen ehemaligen Chefdirigenten Leopold Hager, immerhin «Entdecker» der Jugendopern Mozarts. Den abwechslungsreichen Strauß aus Gusto-Stücken des Repertoires, Konzertund Einlagearien und Liedern (in ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt April 2022
Rubrik: Hören, sehen, lesen, Seite 30
von Karl Harb
Stanisław Moniuszko spielt für Polen die gleiche Rolle wie Michail Glinka für Russland oder Bedřich Smetana für Tschechien: die des Begründers einer eigenen nationalen Schule. Gerade sein Opernerstling «Halka» gilt für die Musiktheaterwelt Polens als unverzichtbar. Dabei hatte sich das Stück um die vom adligen Janusz geliebte und dann sitzengelassene Magd Halka...
Ekstatisch bricht das Trommelgewitter los. Es kündet von der Geburt des Johannes. Bald schon breitet sich – von den tiefen Streichern ausgehend, durch die Instrumentengruppen wandernd, Töne und Akkorde je nach Lage in verschiedenen Farben und Intensitäten beleuchtend – ein samtener Klangteppich aus: Paradoxon statischer Bewegung. Eine gute halbe Stunde spricht...
Thierry Tidrows Oper «Der Häßliche» nach dem gleichnamigen Theaterstück von Marius von Mayenburg (und auf ein Libretto von Manfred Weiß) trifft den Nerv der Zeit: In den Kinos lief parallel zur Dortmunder Uraufführung Karoline Herfurths Film «Wunderschön». Auch die Inszenierung von Zuzana Masaryk setzt sich – ernst, absurd, kurzweilig – mit Schönheitsidealen und...
