Polnische Inbrunst

Stanisław Moniuszkos Oper «Halka» in zwei sehr unterschiedlichen Aufnahmen

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Stanisław Moniuszko spielt für Polen die gleiche Rolle wie Michail Glinka für Russland oder Bedřich Smetana für Tschechien: die des Begründers einer eigenen nationalen Schule. Gerade sein Opernerstling «Halka» gilt für die Musiktheaterwelt Polens als unverzichtbar. Dabei hatte sich das Stück um die vom adligen Janusz geliebte und dann sitzengelassene Magd Halka seinen Weg zum Erfolg erst mühsam bahnen müssen.

Die «Uraufführung» fand 1848 noch im Wohnzimmer der Vermieter des Komponisten in Vilnius statt, sechs Jahre später gab es immerhin eine erste szenische Produktion in der litauischen, seinerzeit stark von polnischer Bevölkerung geprägten Hauptstadt. Doch erst in der zweiten Fassung war der Oper 1858 in Warschau durchschlagender Erfolg beschieden. Dafür hatte sie Moniuszko nicht nur von zwei auf vier Akte erweitert, sondern auch erst einige der bis heute beliebten «Hits» hinzukomponiert – wie die Mazurka des ersten oder die Tenorarie «Szumią jodły na gór szczycie» des vierten Akts. 

Bei einem der seltenen Ausflüge des Stücks in westlichere Gefilde 2019 am Theater an der Wien (siehe OW 02/2022) sang Piotr Beczała die eindringliche Melodie denn auch mit hinreißendem Schmelz und ...

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Opernwelt April 2022
Rubrik: Hören, sehen, lesen, Seite 31
von Michael Stallknecht

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