Eine gewisse Affinität
Zwei Schwestern. Einander so ähnlich und doch so unterschiedlich. Was sie dennoch eint, ist die Fähigkeit, Bilder zu kreieren, tatsächliche und imaginäre. Und ganz gewiss steckt dem Kino das illusionistische Musiktheater bereits in den Genen – was niemand so scharfsinnig erkannte wie Theodor W.
Adorno, als er, in Anlehnung an Nietzsche, bemerkte, in Wagners «Kunstwerk der Zukunft» ereigne sich die «Geburt des Films aus dem Geiste der Musik» – allerdings so, dass der im Bayreuther Festspielhaus avancierte Traum bereits vorwegnehme, was späterhin die Traumfabrik Hollywood, Inbegriff der Kulturindustrie, zu perverser Perfektion bringen würde. So prophetisch die Analyse sein mag, und so berechtigt die Kritik – beide Kunstformen haben in mannigfaltiger Weise voneinander profitiert
Konkurrenz der Medien
«Der Kinematograph […] wird vielleicht das Theater aus den Köpfen und Herzen der Menschen verdrängen. Wir wissen es nicht.» Diese Äußerung des französischen Komponisten Paul Dukas in einem Interview aus dem Jahr 1912 zeigt deutlich genug, dass das seinerzeit im Aufbruch befindliche Kino von den Opernschaffenden als Gefahr und Bedrohung wahrgenommen wurde. Dukas scheint zumindest nicht ...
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Opernwelt Jahrbuch 2020
Rubrik: Oper und Film, Seite 100
von Arne Stollberg
Ich stehe gemeinsam mit wenigen Musikerkollegen in der fast menschenleeren Philharmonie in Berlin. Ich, Kirill Petrenko am Pult und meine geschätzten Kollegen aus den Reihen der Berliner Philharmoniker. Ich singe den vierten Satz aus Mahlers 4. Symphonie. Corona-bedingt in der Fassung für Kammerorchester vor leeren Rängen. Ich weiß: Tausende Menschen hören mir an...
Wenn der Musikjournalismus stirbt, dann stirbt die Opernkritik zuletzt. Wenn auch seltener und kürzer, hält sie sich noch im Feuilleton und im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Eine Stichprobe in der Schweizer Mediendatenbank zeigt, dass die Berichterstattung sogar zunimmt. Dass die Opernkritik dabei sturmfester ist als die Berichterstattung über andere Gattungen,...
Für Olga Neuwirth bedeutete Komponieren stets die Suche nach dem (faszinierend) Anderen, das Interagieren verschiedenster Kunstformen, kurzum: ein synästhetischer Brückenbau zwischen klassischer Musik, Film und Medien, Literatur, Architektur und Bildender Kunst. All diese Elemente setzt sie auch in ihrem neuesten Werk «Orlando», das an der Wiener Staatsoper...
