Ein Leuchten, so silbern
Im Zeichen von Diversität und Queerness erobern Altisten gleichsam als moderne Vertreter der barocken Kastraten das heutige Theater. Der Hype um sie ist enorm. Demgegenüber hat ein anderes, gleichfalls wiedergewonnenes Fach das Nachsehen: der Haute-Contre.
Dieser hohe Tenor, der die französische Opernbühne von Lully bis Gluck beherrschte und mit seiner Bruststimme oder der voix-mixte mühelos bis zum zweigestrichenen «d» reicht, ist weniger exzentrisch als der falsettierende Countertenor, sein Repertoire begrenzter und zumindest außerhalb Frankreichs weniger verbreitet als das der italienischen Opera seria. Vergleichbar Außergewöhnliches wie die Altisten aber leisten die französischen Haute-Contres allemal; Cyril Auvity oder Mathias Vidal haben dies in zahlreichen Gesamtaufnahmen von Opern Lullys und Rameaus demonstriert.
Zu ihnen gesellt sich seit einigen Jahren auch Reinoud Van Mechelen. Seine flexible, elegant geführte, in der Höhe sichere Stimme verfügt über das herb klagende, bläserhafte Timbre einer Oboe, die für das französische Musiktheater unerlässliche deklamatorische Prägnanz, eindringliche Farben und, en passant, auch die Koloraturvirtuosität eines Belcantisten.
In den ...
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Opernwelt Januar 2022
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 30
von Uwe Schweikert
alpha
01.01. – 16:00 Uhr
Berliner Philharmoniker – Galakonzert 2012
Mit Cecilia Bartoli (Mezzosopran), Jonathan Kelly (Oboe), Gábor Tarkövi (Trompete) und Simon Rattle (Musikalische Leitung)
02.01. – 21:45 Uhr
Galakonzert
Mit Lang Lang (Klavier), Mariss Jansons (Musikalische Leitung) und dem BR-Symphonieorchester
16.01. – 21:45 Uhr
Gardiner dirigiert Chabrier
Das...
Seit dem Amtsantritt von Yannick Nézet-Séguin als Musikdirektor der Metropolitan Opera in der Saison 2018/19 legt das Haus – in diesen Dingen seit Mitte der 1930er-Jahre unbeständig und erst seit einigen Jahren langsam wieder im Aufwind – erkennbar größeren Wert auf die zeitgenössische Musik. Nach der Saisoneröffnung mit «Fire Shut Up in My Bones» von Terence...
Interessante Selbsteinschätzung: «Ich bin beständig wie der Nordstern / Von jener wahren festen und ruhenden Qualität / Es gibt keinen anderen am Firmament. / Der Himmel ist mit unzähligen Funken bemalt. Sie sind alle schön, und jeder leuchtet; / Aber es gibt nur einen in allen, der seinen Platz hält. / Ich bin derjenige, der sich nicht bewegen kann.» So sagt und...
