Ein Amerikaner in Linz

Dennis Russell Davies verabschiedet sich mit Michael Obsts «Die andere Seite» als Chef des Bruckner Orchesters

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Als Dennis Russell Davies 2002 das Bruckner Orchester als Chefdirigent übernahm, teilte sich der Opernbetrieb des Linzer Landestheaters die Spielstätte noch mit dem Schauspiel. Für Letzteres war Clemens Holzmeisters (für Opern viel zu kleines) Theater an der Promenade ursprünglich auch gedacht. Insofern zählt es zu den Marksteinen von Davies’ 15-jähriger Tätigkeit in Linz, gegen alle Widerstände daran mitzuwirken, dass die Stadt nun endlich über ein eigenständiges, neues Musiktheater verfügt.


Nicht minder vehement setzte sich der 1944 im US-Bundestaat Ohio geborene Dirigent für die Musik seines Heimatlandes ein, vor allem für die Opern von Philip Glass, mit dessen Handke-Vertonung «Spuren der Verirrten» die neue Sparte 2013 eröffnet wurde. Bereits 2009 hatte Davies  Glass’ «Kepler» aus der Taufe gehoben, aber auch andere amerikanische Komponisten kamen unter seiner Ägide zum Zug, zuletzt 2016 William Bolcom mit seiner Gold-Rush-Oper «McTeague». Überdies nutzte der Amerikaner seine guten Kontakte in den USA, um das Bruckner Orchester in drei ausgedehnten Konzerttourneen auch jenseits des Atlantiks bekannt zu machen.

Es würde Davies' Spektrum aber verengen, beschränkte man seine ...

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Opernwelt Juli 2017
Rubrik: Magazin, Seite 77
von Reinhard Kager

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