Klassischen Sinns
Wie man heute noch Opern schreibt – darauf gibt Aribert Reimann seit 50 Jahren seine eigene Antwort. Zum postmodernen Musiktheater Hans Werner Henzes hält er die gleiche Distanz wie zu den Konzepten der Avantgarde. Reimann verteidigt eine Position des Personalstils, wie sie im Musiktheater um 1900, bei Debussy, Janáček oder Schönberg, eine kurze Blüte erlebte.
Was die drei Opernhäuser seiner Heimatstadt Berlin im Jahr seines 80.
Geburtstag an Reimann versäumt haben, holen sie nun, ein Jahr später nach: Die Deutsche Oper hebt im Oktober sein neues Maeterlinck-Triptychon aus der Taufe, die Staatsoper zeigt seine «Gespenstersonate», und die Komische Oper hat die Berliner Erstaufführung der «Medea» besorgt. Trotz guter Resonanz ist dies nach der Übernahme der Wiener Uraufführungsproduktion in Frankfurt am Main erst die dritte Inszenierung des Werks – sieben Jahre nach der Uraufführung.
Angesichts der Kraft dieser Partitur versteht man das nicht, erst recht nicht angesichts der Aktualität, die dem Werk durch die Flüchtlingsproblematik zugewachsen ist. Reimann hat aus der Vorlage Franz Grillparzers die Herleitung des unbegreiflichen Verbrechens einer Fremden herausgelesen. Medea, mit ...
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Opernwelt Juli 2017
Rubrik: Im Focus, Seite 14
von Peter Uehling
Anfangs hatte es Iko Freese mit der Oper nicht leicht. «Ich war ein Theaterjunkie, sagt er lachend, «und vom Schauspiel kommend fand ich sehr befremdlich, was die Sänger auf der Opernbühne machten. Keiner bewegte sich, es wurde viel herumgestanden, es ging nie um authentische Emotionen. Ich habe es gehasst, wenn mich ein Auftraggeber in die Oper schickte. Die Musik...
Argentinien
Buenos Aires
Teatro Colón
Tel. +54-1-382 23 89
www.teatrocolon.org.ar
– Strauss, Der Rosenkavalier: 18. (P), 21., 22., 23., 25.
ML: Pérez, I: Carsen, B: Steinberg, K: Reiffenstuel, S: Uhl/Holm, Rydl/Devebec, Holloway/Barrientos, Favaro/Silva
La Plata
Teatro Argentino
Tel. +54-221-429 17 32
www.teatroargentino.gba.gov.ar
– Le Grand Macabre: 14., 16., 21., 23.
...
Also gut, spielen wir das Spiel vom Tod. Spielen wir es sowohl für ihn als auch mit ihm, zynisch vernünftig, sardonisch lachend, genüsslich, und packen alles hinein, was dazugehört: Blut, Nervenkitzel, russisches Roulette, Scheinhinrichtung, Totenmaske, makabre Scherze. Spielen wir es ohne Demut vor jedweder Moral und vor dem Leben (ihr wisst doch alle, was...
