Die Mutter aller Schlachten

Dietmar Polaczek über Pomp, Turbulenzen und musikalische Meriten der Mailänder «Aida» sowie die Zwänge des Scala-Chefs Stéphane Lissner; dazu ein Gespräch mit Franco Zeffirelli

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Schon oft fuhr sich ein Blitzkrieg in ­einem langwierigen Stellungskampf fest. Für die Eröffnung der Saison am Teatro alla Scala mit Giuseppe Verdis «Aida» besitzt der Vergleich eine gewisse Gültigkeit. Intendant Sté­phane Lissner zog aus, die Scala im Sturm zu erobern, und muss feststellen, dass die Beharrungskräfte nicht so leicht zu überwinden sind.

Riccardo Chailly hatte alle Sympathien für sich, besonders bei denen, die Riccardo Muti verärgert hatte, aber sein Triumph am Pult der Eröffnungsvorstellung verlangsamte sich buchstäblich zur Zeitlupe – es war die längste «Aida», die ich je ge­hört ha­be.
Mailand klotzt – das gilt für die selbstbewusste lombardische Metropole bei diesem Anlass mehr denn je. Die Italiener verstehen es wie niemand sonst, selbst in schwieriger Zeit Feste zu feiern, wie sie fallen. Andere Opernhäuser verkaufen ein Programmheft – die Scala ein Programmbuch, Hardcover, 300 Seiten. Anderswo geht es «nur» um Musik – die Scala-«Inaugurazione» ist ein nationales Fest, bei dem sich Politprominenz in Po­se wirft. Auch die Preise sind Weltspitze: 2000 Euro im Parkett. Das durchschnittliche Familieneinkommen in Italien liegt bei 1800 Euro monatlich, viele ...

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Opernwelt Februar 2007
Rubrik: Im Focus, Seite 8
von Dietmar Polaczek, Thomas Migge

Vergriffen
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