Editorial
24. Februar 1607. Geburtsstunde der Oper. An diesem Tag wurde am Hof der Herzöge von Mantua die «Favola d’Orfeo» uraufgeführt. Monteverdis Vertonung des Orpheus-Stoffes war zwar nicht die erste – die «Euridice» von Peri und die von Caccini gingen sieben bzw. zwei Jahre zuvor in Florenz über die Bühne –, doch erst bei Monteverdi wird der singende Mensch, wird seine Klangrede zum Medium «eines historisch neuen Wahrheitsanspruchs in der Kunst». So hat es Ulrich Schreiber in einem Essay für «Opernwelt» formuliert.
Vierhundert Jahre Oper – dieses Jubiläum hat die von Nicholas Payne und Bernard Foccroulle geleitete Initiative «Opera Europa» zum Anlass genommen, Fährnisse und Chancen einer immer wieder totgesagten, doch höchst robusten Gattung auf den Prüfstand zu stellen. Das Wochenende vom 16. bis zum 18. Februar wurde zu «European Opera Days» erklärt. Zahlreiche Häuser zwischen Gent und dem russischen Perm, zwischen Kopenhagen, Nürnberg und Barcelona werden an diesen Tagen zu Debatten, Besichtigungen und Sondervorstellungen einladen. Herzstück des Projekts wird eine hochkarätig besetzte, für Macher wie Publikum gleichermaßen offene Konferenz in Paris, deren Gastgeber Gerard Mortier ...
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Jeweils zwei Live-Aufnahmen von «Fidelio» und «La Bohème» stellen die West Hill Radio Archives in klanglich überzeugend restaurierten Live-Mitschnitten aus der Metropolitan Opera gegenüber.
Die beiden «Fidelio»-Aufführungen von 1941 und 1951 wurden von Bruno Walter dirigiert, identisch war auch die Besetzung der Leonore mit Kirsten Flagstad. In dem...
Der französische Regisseur Laurent Pelly zeigt in seiner Amsterdamer Produktion von Prokofjews «Die Liebe zu den drei Orangen» aus dem Jahr 2005 Personen, deren Leben durch ein Kartenspiel bestimmt wird – jenes, mit dem die Hexe Fata Morgana und der Zauberer Tschélio zu Beginn um das Schicksal des Königreichs und des Prinzen pokern. Durch diese Grundkonstellation...
In seinen zwei Jahre vor seinem Tod veröffentlichten Memoiren kommt Giovanni Pacini (1796-1871) auf den bestimmenden Einfluss Gioacchino Rossinis zu sprechen und macht sich mit einem Stoßseufzer Luft: «Alle folgten dem großen Stern, aber guter Gott! Was sollte man tun, wenn man sonst keine Möglichkeit hatte, sich über Wasser zu halten!»
Siebzig Opern hat der aus...
