Vor dem Durchbruch
Kurz vor den Proben zu Francesco Cavallis «Giasone» an der Oper Frankfurt ist die Regisseurin Anouk Nicklisch unerwartet verstorben. Im Gespann mit dem Intendanten Georges Delnon und häufig auch mit dem Bühnenbildner Roland Aeschlimann hatte Nicklisch am Stadttheater Koblenz sowie am Mainzer Staatstheater zahlreiche eigenwillige Inszenierungen erarbeitet: Mozarts «Entführung», Glucks «Orfeo» und eine hochästhetische «Lucia di Lammermoor» (alle drei mit der Sopranistin Simone Kermes) setzten in Koblenz Musiktheater-Maßstäbe, die dort seither nicht mehr erreicht wurden.
Auch den weiteren Weg der in der Schweiz geborenen Künstlerin überspannt ein Bogen von sorgfältig vorbereiteten Ausgrabungen und ambitionierten Interpretationen des Standardrepertoires: In Mainz realisierte Anouk Nicklisch Beethovens «Leonore», Dostals «Clivia», Donizettis «Liebestrank», Righinis «Don Giovanni tenorio» und Puccinis «Tosca». Als das Mainzer Theater saniert wurde, schuf sie 2001 in der Ausweichspielstätte – einer alten Produktionshalle – eine Inszenierung der Strauss’schen «Salome» im schneckenhausartigen Bühnenbild von Ulrich Schulz, die zum Packendsten zählt, was Regisseuren während der vergangenen ...
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Seinen Nachruhm verdankt er einer Nebentätigkeit. Die Libretti zu «La Bohème», «Tosca» und «Madama Butterfly», die er gemeinsam mit Luigi Illica für Giacomo Puccini verfasst hat, sind alles, was wir im deutschsprachigen Raum von Giuseppe Giacosa kennen. Doch in Italien, wo seine Stücke noch heute gelegentlich gespielt werden, gilt er als der bedeutendste...
24. Februar 1607. Geburtsstunde der Oper. An diesem Tag wurde am Hof der Herzöge von Mantua die «Favola d’Orfeo» uraufgeführt. Monteverdis Vertonung des Orpheus-Stoffes war zwar nicht die erste – die «Euridice» von Peri und die von Caccini gingen sieben bzw. zwei Jahre zuvor in Florenz über die Bühne –, doch erst bei Monteverdi wird der singende Mensch, wird seine...
So richtig freuen kann er sich nicht, der König. Obwohl sein Sohn Idamante dank des deus ex machina, der in Freiburg vom Chor und nicht – wie bei Mozart – von einem Bass gesungen wird, sein Leben behält. Der abgedankte König wendet sich ab von der Spielfläche und wirft einen imaginären Stein flach ins Publikum – das war’s dann also. Keine abgeschlagenen...
