Vor dem Durchbruch
Kurz vor den Proben zu Francesco Cavallis «Giasone» an der Oper Frankfurt ist die Regisseurin Anouk Nicklisch unerwartet verstorben. Im Gespann mit dem Intendanten Georges Delnon und häufig auch mit dem Bühnenbildner Roland Aeschlimann hatte Nicklisch am Stadttheater Koblenz sowie am Mainzer Staatstheater zahlreiche eigenwillige Inszenierungen erarbeitet: Mozarts «Entführung», Glucks «Orfeo» und eine hochästhetische «Lucia di Lammermoor» (alle drei mit der Sopranistin Simone Kermes) setzten in Koblenz Musiktheater-Maßstäbe, die dort seither nicht mehr erreicht wurden.
Auch den weiteren Weg der in der Schweiz geborenen Künstlerin überspannt ein Bogen von sorgfältig vorbereiteten Ausgrabungen und ambitionierten Interpretationen des Standardrepertoires: In Mainz realisierte Anouk Nicklisch Beethovens «Leonore», Dostals «Clivia», Donizettis «Liebestrank», Righinis «Don Giovanni tenorio» und Puccinis «Tosca». Als das Mainzer Theater saniert wurde, schuf sie 2001 in der Ausweichspielstätte – einer alten Produktionshalle – eine Inszenierung der Strauss’schen «Salome» im schneckenhausartigen Bühnenbild von Ulrich Schulz, die zum Packendsten zählt, was Regisseuren während der vergangenen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Zweiundzwanzig Bühnenwerke Mozarts auf dreiunddreißig DVDs, aufgezeichnet in dreiundfünfzig Tagen – ein Marathon, der sich so schnell nicht wiederholen dürfte. Die Salzburger Festspiele lieferten im Sommer 2006 die Aufführungen dazu. Dass das Ergebnis nicht bloß Masse, sondern auch audiovisuelle Klasse bietet, ist der aufwändigen Aufnahmetechnik zu verdanken:...
In seinen zwei Jahre vor seinem Tod veröffentlichten Memoiren kommt Giovanni Pacini (1796-1871) auf den bestimmenden Einfluss Gioacchino Rossinis zu sprechen und macht sich mit einem Stoßseufzer Luft: «Alle folgten dem großen Stern, aber guter Gott! Was sollte man tun, wenn man sonst keine Möglichkeit hatte, sich über Wasser zu halten!»
Siebzig Opern hat der aus...
Der französische Regisseur Laurent Pelly zeigt in seiner Amsterdamer Produktion von Prokofjews «Die Liebe zu den drei Orangen» aus dem Jahr 2005 Personen, deren Leben durch ein Kartenspiel bestimmt wird – jenes, mit dem die Hexe Fata Morgana und der Zauberer Tschélio zu Beginn um das Schicksal des Königreichs und des Prinzen pokern. Durch diese Grundkonstellation...
