Die Anarchie umarmen

Im Festspielhaus Erl ist die dystopische Ballade «Amopera» zu erleben

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Erl ist im November ein stiller Ort. Hotels machen Pause, die Gaststätten bleiben dunkel, auf den Wiesen rund ums Festspielhaus schauen bloß die Kühe neugierig und läuten mit ihren Halsglocken. Drinnen aber herrscht emsiger Betrieb. Das Klangforum Wien erarbeitet die Uraufführung eines Werks mit dem klangvollen Namen «Amopera» (und dem Untertitel «dystopische Ballade»). Unter den Spitzenformationen der Neuen Musik ist das Ensemble womöglich die experimentierfreudigste.

Und nichts Geringeres unternimmt «Amopera», als das Wesen der Liebe (in der Oper) zu ergründen, wofür Werke aus den letzten 110 Jahren der Musikgeschichte dekonstruiert und neu montiert werden. Die Regie obliegt Jan Lauwers und seiner Needcompany. 

Der belgische Regisseur gilt als einer der Heroen des postdramatischen Theaters, er steht für körperbetonte Performance. Für «Amopera» hat er die richtigen Mitstreiterinnen und Mitstreiter gefunden: «Das Klangforum ist ein unglaubliches Ensemble, sie wollen Musik mit dem ganzen Körper machen. Die Idee der Dekonstruktion war schon da, dann luden sie mich ein, und ich erfand den Namen Amopera von I am Opera: Ich bin Oper oder amo Opera: Ich liebe Oper». 

Das Ensemble hat in ...

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Opernwelt Januar 2023
Rubrik: Magazin, Seite 66
von Regine Müller

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