Glaube, Liebe, Hoffnung

London leidet und versucht zu lächeln: Die English National Opera steht vor dem Aus, am Royal Opera House Covent Garden gibt es eine bezaubernde Händel-«Alcina» und eine bewegende Britten-«Lucretia»

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Das Geld und die Kunst lagen in London eigentlich schon immer und fast buchstäblich nebeneinander auf der Straße. Noch heute gibt es in der Bankenstadt, der kundige Zeitgenossen den poetisch-sarkastischen Beinamen «Laundramat» angedichtet haben, verstreut über die Viertel sogenannte «Theatre Pubs», wo im Erdgeschoss Unmengen von Pints durch durstige Brexitkehlen fließen und eine Etage höher Theater gespielt wird. Das Niveau ist überschaubar, aber Kunst muss ja nicht immer staatstragend oder glorios (oder beides) sein. Sie muss zunächst einmal stattfinden.

Und genau das ist in London gerade schwierig. Zumindest für ein Haus. 

Aufgrund eines Beschlusses des «Arts Council England» werden die Subventionen für die English National Opera (ENO) ab der Saison 2023 bis mindestens 2026 zusammengestrichen. Der jährliche Zuschuss in Höhe von 12, 6 Millionen englischen Pfund wird storniert und durch eine Förderung von 17 Millionen Pfund für den gesamten Zeitraum ersetzt, was faktisch bedeutet, dass für die Kunst an der ENO kaum mehr etwas übrigbleibt. Jedenfalls zu wenig. Der Schock sitzt tief, die Kompanie wird wohl gezwungenermaßen nach Manchester ausweichen. Für die ohnehin schon von ...

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Opernwelt Januar 2023
Rubrik: Im Focus, Seite 18
von Jürgen Otten

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