Der Unterbau der Übertitel
Die Komische Oper Berlin macht es vor. Seit Beginn der Saison 2009/10 kann der Besucher an einem kleinen Videobildschirm zwischen deutschen und englischen Untertiteln wählen, eine Erweiterung auf zehn Sprachen ist in Planung. Was auf der einen Seite komfortabler Luxus für das internationale Publikum ist, stellt den fremdsprachigen Hörer auf der anderen Seite vor das Problem, worauf er denn nun seine Hauptaufmerksamkeit richten sollte. Auf die Bühne, auf den Bildschirm? Ohne Übersetzung geht es aber in keinem Fall.
Ob die Oper in Originalsprache gesungen wird und der Zuschauer Übertitel mitlesen darf oder die Sänger sich um eine übersetzte Version bemühen müssen: Erst die Übertragung in die Sprache(n) des Publikums ermöglicht den Mitvollzug der sprachlichen, musikalischen und szenischen Textebenen und eine adäquate Vermittlung von Werken eines anderen Kultur- und Sprachraumes.
Die musikwissenschaftliche Opern- und die literaturwissenschaftliche Librettoforschung hat sich dieses Themenkomplexes lange Zeit über die eher isolierte Betrachtung von Libretti angenommen. Der Sammelband «Librettoübersetzung. Interkulturalität im europäischen Musiktheater» rückt diese Textgattung ins Zentrum ...
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Weiter, größer, aufwändiger als bei Erich Wolfgang Korngolds «Wunder der Heliane» lässt sich Oper nicht konzipieren. Das Stück ist geradezu unverschämt anspruchsvoll. Ein hypertropher Höhepunkt aus Expansion und Verfeinerung. Zugleich eine Endstation. Danach ging es, zumindest auf diesem Weg, nicht mehr weiter. Man versteht sofort, warum andere Komponisten, andere...
Dreimal Festspielauftakt im Juli 2009 – aber deshalb gleich drei Fälle für den DVD-Markt? Profiterwartung schlägt da künstlerische Notwendigkeit. Denn ob «Lohengrin» aus München oder «Aida» aus Bregenz: Es gibt wahrlich bessere Produktionen auf Silberscheiben. Einzig die Salzburger «Theodora»-Inszenierung, von Christof Loy als Oper ohne alles im Großen Salzburger...
Peter Eötvös gehört zu der Handvoll lebender Komponisten, die es schaffen, unsere Opernhäuser in schöner Regelmäßigkeit mit neuen Stücken zu versorgen, die auf breite Zustimmung stoßen und sogar nachgespielt werden. Das funktioniert deshalb so zuverlässig, weil Eötvös weder ein Revoluzzer der Form noch des Klangs ist. Seine Musik ist stets von edelster Delikatesse,...
