Der ungewohnte Blick

Ligetis Le Grand Macabre aus Barcelona, Bergs Wozzeck aus Moskau auf DVD

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«De Wöd steht auf kaan Fall mehr lang», singt der Schuster Knieriem in Der böse Geist Lumpazivagabundus, und auch dem Leser nördlich des Weißwurstäquators dürfte klar sein, dass es sich dabei um eine apokalyptische Weissagung handelt. Johann Nestroy hat dies bereits 1833 verkündet, doch nun, 179 Jahre später, am 21. Dezember 2012, hätte es endlich so weit sein sollen. Zumindest nach dem notorischen Maya-Kalender. Wenn Sie, geneigter Leser, diese Zeilen doch zu Gesicht bekommen, wissen Sie, dass die Mayas Unrecht hatten.

Wie dem auch sei: In György Ligetis Le Grand Macabre tritt mit Nekrotzar ebenfalls ein Weltuntergangsbote auf, und eine gelungene Herbstaufführung der Neuen Oper Wien im Wiener Museumsquartier ließ ihn ganz aktuell im Zeremonienkostüm der Mayas erscheinen.

Doch eine andere Produktion des Grand Macabre ist hier zu besprechen. Als sie 2009 erstmals gezeigt wurde, dachte kaum einer ernsthaft an den Maya-Kalender. Sie erschien zunächst auch nicht auf den Brettern des Gran Teatre del Liceu (wo sie 2010 aufgezeichnet wurde), sondern in La Monnaie in Brüssel, doch stand sie ganz im Zeichen der katalanischen Theaterzauberer von La Fura dels Baus, konkret: des ­Regisseurs ...

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Opernwelt Januar 2013
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 26
von Gerhard Persché

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