Der Teufel sitzt im Labor
Sehen sie nicht alle irgendwie geklont aus? Die Damen hinter den neonbeleuchteten Schaufenstern im Amsterdamer Rotlichtbezirk tragen uniform Perücken, sitzen, wenn überhaupt, in engem Latex da, blicken ausdrucklos unter dicken Makeup-Schichten oder zeigen totaloperierte Brüste. Und in dieser Gegend neben dem Hauptbahnhof scheint auch Àlex Ollé seine ästhetischen Feldstudien betrieben zu haben, bevor er auf der Bühne der Nationale Opera ein High-Tech-Bio-Labor für die Reproduktion käuflicher Ladys eingerichtet hat.
Doch unter den alles verzeihenden Augen der nunmehrigen Prinzessin Beatrix werden hier nicht Nebeneinnahmen für einen subventionsgedrosselten Kulturbetrieb generiert, der Frontmann von La Fura dels Baus inszeniert Charles Gounods «Faust», der leicht an seiner eigenen Kulinarik scheitern kann und oft als Salonplüsch empfunden wird, einfach mit ein wenig Lokalkolorit.
Das passt nicht nur sehr gut, die famos chorsingenden Barbies aus den roten Reagenzvierecken mit ihren uniformen Blondschöpfen und Riesenbrüsten fügen sich perfekt in die austauschbare Konsumgesellschaft, als die hier das Volk auftritt. Die Studenten sind Fußballspieler, die walzertanzenden Osterspaziergänger ...
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Opernwelt Juli 2014
Rubrik: Panorama, Seite 40
von Manuel Brug
«Robert le diable» ist die erste der vier grand opéras von Giacomo Meyerbeer. Wer von der Aufführung an der Londoner Covent Garden Opera den Durchbruch dieses bei seiner Pariser Uraufführung 1831 sensationell erfolgreichen Werks für das heutige Repertoire erhofft hatte, sieht sich bitter enttäuscht (siehe OW 2/2013). Zuvörderst, weil die Möglichkeiten, die die...
Bleich sieht er aus, wenn er so in die Leere starrt. Leise tönt seine Stimme. Mehr singt es aus ihm, als dass er die Initiative ergreifen würde. A-Dur ist plötzlich eine fahle, weiße Tonart und «Là ci darem la mano» alles andere als eine Verführungsnummer. Don Giovanni holt seine Gedanken aus weiter Ferne. Mit der kleinen, drallen Zerlina jedenfalls, deren Augen...
Rezensieren kann man dieses Buch eigentlich nicht. Es wird von seinem Autor als «Arbeitsbuch», an anderer Stelle als «subjektiv verfasstes Übungsbuch» bezeichnet. Beides trifft zu. Das heißt: Sängerinnen und Sänger sollten dieses Buch nehmen und die darin vorgeschlagenen Übungen ausprobieren – in der Gruppe oder im stillen Kämmerlein. Dann wird man den Wert der...
