Wegzauber-Künstler

Mozart: Don Giovanni Hannover / Staatsoper

Opernwelt - Logo

Der Letzte macht das Licht aus. Er hat es ja auch angemacht. In der Staatsoper Hannover dreht Leporello Glühbirnen in die kleinen Leuchten am Rampenrand, ehe das Spiel beginnt. Und am Ende werden sie wieder eingesammelt. Dazwischen gibt es ein erstaunliches Spiel mit Licht und Schatten, mit Erwartungen und Enthaltungen.

Was man allerdings nicht zu sehen bekommt, ist der Titelheld. Eine «Giovanni»-Aufführung, in der Don nie zu sehen ist, dürfte einmalig sein. Dahinter steckt Benedikt von Peter, als Opernregisseur ein Meister der Dislokation, ein Wegzauberkünstler.

In Hannover hat er schon die Distanz zwischen Zuschauern und Akteuren verschwinden lassen (bei Nonos «Intolleranza») und in «La traviata» Violetta Valéry mutterseelenallein auf die Bühne gesetzt. In Bremen hat er für eine szenische Aufführung von Mahlers 3. Sinfonie das Orchester lange hinter einem Bretterzaun versteckt und die «Bohème» ganz auf die männlichen Bohemiens (Pech für Mimì und Musette) konzentriert. Und jetzt also ein «Don Giovanni», in der man vom Verführer immer nur die behandschuhten Hände sieht – und seine Wirkung auf die Verführten. Das allerdings in Großaufnahme. Katrin Wittigs Bühnenbild wird von einem ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Juli 2014
Rubrik: Panorama, Seite 46
von Rainer Wagner

Weitere Beiträge
Auf Freuds Couch

Freuds Psychoanalyse ist zwar schon etwas angejahrt, aber der 1920 uraufgeführte Dreiakter «Die tote Stadt» von Erich Wolfgang Korngold, der einen ­darauf basierenden therapeutischen Prozess zum Thema macht, hat an Attraktivität bis heute nichts eingebüßt. Für die Geschichte vom beziehungsunfähigen Einzelgänger Paul, der von der Fixierung auf seine tote Geliebte...

TV-Klassiktipps

ARD-ALPHA
6.7. – 11.00 Uhr (1)
6.7. – 20.15 Uhr (2)
13.7. – 11.00 Uhr (3)
13.7. – 20.15 Uhr (4)
20.7. – 11.00 Uhr (5)
20.7. – 20.15 Uhr (6)
27.7. – 11.00 Uhr (7)
27.7. – 20.15 Uhr (8)
Jansons in Tokio.
Beethoven: 1. Symphonie Nr. 2; 2. Symphonie Nr. 3; 3. Symphonie Nr. 4; 4. Symphonie Nr. 5 (incl. Haydn-Zugabe); 5. Symphonie Nr. 6; Symphonie Nr. 7; 7. Symphonie Nr. 8; 8....

Neunzehnvierzehn

Man muss kein Kinderhasser sein, um die Geschichte von der «Frau ohne Schatten» schwer verdaulich zu finden. Selbst wer das Drama des unerfüllten Kinderwunsches ernst nimmt, kann sich überlastet fühlen, wenn zum Schluss der Richard-Strauss-Oper der Chor der Ungeborenen seine Stimme erhebt. Regisseure flüchten da gern mal in die Ironie und lassen die Kinderwagen...