Der Gesang der Buckelwale

Sie tritt nicht an großen Häusern auf. Sondern meist in Oldenburg. Doch ihre Stimme könnte Packeis schmelzen, so intensiv, so berührend ist sie. Ein Porträt der Mezzosopranistin Ann-Beth Solvang

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Vor Spitzbergen sieht man sie manchmal. Wenn sie an diesem Archipel ankommen, haben die trotz ihrer Länge (bis zu 17 Metern können es sein) im Grunde niedlichen Tierchen eine lange Reise hinter sich; der Weg aus den polaren und tropischen Meeresgebieten nach Norwegen ist weit – sehr weit, wenn man bedenkt, dass Buckelwale mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von sieben Kilometer pro Stunde eher zu den langsameren Fahrern auf den maritimen Straßen zählen. Hat man dann aber das Glück, sie aus der Gischt heraufsteigen zu sehen, dann ist jede Beschränkung vergessen.

Buckelwale zählen zu den imposantesten Bewohnern der Weltmeere. Und das nicht nur wegen ihrer mächtigen Gestalt. Da ist noch etwas anderes. Es ist ihr Gesang. Und dieser Gesang ist mehr als inspirierend. Er ist gigantisch. 

Wer weiß, vielleicht hat Ann-Beth Solvang als kleines Kind im südwestnorwegischen, unweit der Küste gelegenen Städtchen Kwernaland, wo sie aufgewachsen ist, unbewusst den Gesang der Buckelwale gehört. Denn neben seinem spezifischen Klang zeichnet sich dieser Gesang vor allem durch seine enorme Tessitura aus. Wenn man nun die Rollen durchgeht, die diese Ausnahmesängerin in ihrem Leben schon gestaltet ...

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Opernwelt Januar 2023
Rubrik: Porträt, Seite 54
von Jürgen Otten

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