Sieben Fragen an Titus Engel
Wann haben Sie zuletzt in der Oper geweint?
In der Semperoper bei Allesandro Rollas Bratschenkonzert, gespielt von Tabea Zimmermann.
Wo würden Sie ein Opernhaus bauen?
Im Berner Jura, mit Blick auf den Bielersee.
Ihr Geheimrezept fürs Überleben während der Proben?
Ich liebe Proben. Wenn es mal hakt, freuen sich alle über eine Prise Humor. Wenn es in mir hakt, mache ich Feldenkrais für Musiker, worauf sich meine Frau Sophie Engel-Bansac spezialisiert hat.
Welche Oper halten Sie für überschätzt?
Die sogenannte Titel-Liste, das heißt: die 10 Stücke, von denen einige in jedem Spielplan vorkommen müssen, um ein volles Haus zu garantieren.
Welche Oper halten Sie für unterschätzt?
Diese Liste ist viel länger ... beispielsweise die Opern von Georg Philipp Telemann, Carl Heinrich Graun, Othmar Schoeck, Paul Hindemith, Ethel Smyth und Elena Mendoza.
Woran arbeiten Sie gerade?
«Hänsel und Gretel» in Vorbereitung für die Bayerische Staatsoper und «Saint-Francois d'Assise» für die Staatsoper Stuttgart. Daneben studiere ich ein sehr spannendes Buch von Kai Köpp zur historischen Orchesterpraxis.
Ihre Lieblingsoper von van Beethoven?
Die 10. Symphonie von Novoflot/Beethoven/ Wertmüller
Opernwelt Januar 2023
Rubrik: Magazin, Seite 71
von
Oper muss endgültig aus dem Elfenbeinturm herabsteigen, sie muss Relevanz beweisen und für alle erfahrbar werden: Seitdem die Post-Corona-Leere die Theater im Griff hat, sind diese Forderungen noch häufiger zu hören als zuvor. Müssen wir also Musiktheater neu denken, damit es überlebt? Christina Gutiérrez Malmborm hat sich 2013 gesagt, sie wolle jetzt in der südschwedischen Provinz...
Wir nehmen an, es war eisig kalt an diesem 27. Februar 1675 in London und vermutlich neblig dazu. Draußen zumindest. Drinnen aber, im frisch renovierten Dorset Garden Theatre, brannte sogar die Luft. Ein Spektakel gab es da zu erleben, das seinesgleichen suchte, mit Höllenund Himmelsmaschinen, üppigen Kostümen, frech-frivolen Tanzeinlagen und einer hinreißenden wie arabeskengleichen...
Erl ist im November ein stiller Ort. Hotels machen Pause, die Gaststätten bleiben dunkel, auf den Wiesen rund ums Festspielhaus schauen bloß die Kühe neugierig und läuten mit ihren Halsglocken. Drinnen aber herrscht emsiger Betrieb. Das Klangforum Wien erarbeitet die Uraufführung eines Werks mit dem klangvollen Namen «Amopera» (und dem Untertitel «dystopische Ballade»). Unter den...
