Tomislav Lucic (Adorno), Jordan Shanahan (Tamare); Foto: Iko Freese

Dem Wahn verfallen

Schreker: Die Gezeichneten St. Gallen | Theater

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Das Theater St. Gallen hat es gewagt. Kühn hat das Dreispartenhaus im Osten der Schweiz zur Eröffnung der neuen Saison «Die Gezeichneten» von Franz Schreker ins Programm genommen. So wie es 1988 mit der Produktion des «Schatzgräbers» der Schreker-Renaissance in der Schweiz einen Anstoß verliehen hat. «Die Gezeichneten» sind natürlich ein Werk ganz anderen Anspruchs: Inhaltlich hochkomplex und musikalisch avanciert, orchestral stark besetzt, stimmlich höchst anspruchsvoll, fordert Schrekers vierte Oper von 1915 ein Haus bis an die Grenzen – was in St.

Gallen bisweilen zu spüren war. Zugleich machte die Produktion aber doch bewusst, dass sich dieses gewaltige Werk durchaus bewältigen lässt.

Antony McDonald, Regisseur und Ausstatter in einer Person, hat den spannenden, vielschichtig glitzernden Stoff in einen prägnanten szenischen Verlauf gefasst. Den Buckel Alvianos nimmt man kaum wahr, auf seine Behinderung deuten eher die Krücke und ein blutendes Mal auf der rechten Wange. Vor allem jedoch die Stimme des ausdrucksstarken Tenors Andreas Conrad ist es, die der Figur ihr schauerliches Profil verleiht. Gewöhnungsbedürftig klingt sie, scharf und gellend. Daran ist nichts Schlechtes, es ...

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Opernwelt November 2017
Rubrik: Panorama, Seite 57
von Peter Hagmann

Vergriffen
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