Alleingelassen: Matthew Richardson (James Ramsey), Foto: Bregenzer Festspiele/Anja Koehler
Seelenklänge
Schon seit geraumer Zeit findet das Aufregende bei den Bregenzer Festspielen nicht auf dem See statt. Klar, wer 7000 Zuschauer pro Abend anlocken will, kann kaum Experimente wagen – was nicht bedeutet, dass das Spiel auf dem See keine große Freude bereiten kann. Künstlerische Innovationen aber gibt es nicht an der frischen Luft. Drinnen, genauer gesagt, auf der Werkstattbühne, setzt Intendantin Elisabeth Sobotka das fort, was Vorgänger David Pountney zwar nicht erfunden, aber in Bregenz stark etabliert hat: Wiederentdeckungen, Uraufführungen, Entlegenes.
In diesem Jahr wurde nun das Ergebnis einer zwei Jahre andauernden Zusammenarbeit zwischen dem jungen griechischen Komponisten Zesses Seglias (Jahrgang 1984) und den Festspielen präsentiert: «To the Lighthouse» katapultiert Bregenz für zwei Abende in die erste Riege der etablierten Festivals für zeitgenössische Musik. Im Mai 2015 stellte Sobotka das Opernatelier vor, diskutierte die Möglichkeit, Virginia Woolfs rätselhaften Roman «To the Lighthouse» zu vertonen und ließ kurze Stücke von Seglias spielen. Immer wieder wurde seitdem im Kunsthaus Bregenz Musik des jungen Griechen aufgeführt, während man mit langem Atem die Arbeit an der ...
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Reinhard Goebel, einer der seriösesten und experimentierfreudigsten Alte-Musik-Pioniere aus Deutschland, hat einmal von einem Kammermusikkurs in Salzburg berichtet, bei dem er in die Runde fragte, ob sich jemand dezidiert mit den Hintergründen der gespielten Musik beschäftigt habe. Worauf eine französische Streicherin abwimmelte: Vorworte lese sie prinzipiell...
Nervös ist er immer noch, auch nach 20 Jahren. «Fast so, als ob ich selbst singen oder spielen müsste», sagt Arno Declair. Er steht in Reihe zwei oder drei, verfolgt die Probe durch den Sucher seiner Kamera. Mindestens 500-mal pro Abend drückt er auf den Auslöser – in der Hoffnung, dass am Ende so viele gute darunter sind, dass es für ein Programmheft reicht. «Ich...
Eigentlich – das weiß jeder Wagnerianer – geht es im «Ring» mit der «Walküre» erst so richtig zur Sache, und so war man in Oldenburg denn auch gespannt, wie Regisseur Paul Esterhazy und sein Ausstatter Mathis Neidhardt die Versprechungen ihres im «Rheingold» als besonders originell erscheinenden Konzepts weiterentwickeln würden. Man erinnert sich: «Der Welt Erbe»,...
