Dekonstruktion als Konstruktion
Man wüsste es ja wirklich gern, was den Zauber der Musik ausmacht, von dem alle sprechen. Fredrik Zeller auch, sagt er zumindest. Magie und Musik will er kombinieren und hat darum ein «Musiktheater» geschrieben – wie sich in letzter Zeit die neuen Werke für die Opernbühne gern nennen –, das den schönen Titel «Zaubern» trägt. Es wurde als Auftragskomposition der Schwetzinger Festspiele im Rokokotheater uraufgeführt. Eine nacherzählbare Geschichte hat sich der Lachenmann-Schüler als sein eigener Librettist natürlich nicht ausgedacht.
Als roter Faden führt die Figur eines Magiers durch fünf Szenen, die sonst dramaturgisch nicht zusammenhängen. Es beginnt mit dem «Gescheiten Hans», einem Märchen der Brüder Grimm. Hans ist ein tumber Kerl. Er braucht für alles, was er in der Welt Neues entdeckt, von seiner Mutter eine Gebrauchsanweisung. Prompt wendet er diese auf alle anderen Situationen an und scheitert so kläglich: Eine Nadel soll Hans sich an den Ärmel stecken, damit sie nicht verloren geht. Das Nächste, was ihm seine Freundin Gretel jedoch schenkt, ist ein Messer, und er sticht sich damit – folgsam Kind – in den Arm. Was dieser hochkomplizierte Text über Sprache und Verstehen, über ...
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«Das Mädchen aus der Fremde» lautet der Titel eines Gedichtes von Friedrich Schiller. In diesem Jahr dreht sich alles um den Geistesheroen, der vor zweihundert Jahren starb. An der Schillerbühne zumal – denn so versteht sich das Mannheimer Nationaltheater. Der Abend, der um zwei Gedichte von Friedrich Schiller kreist, entstand als Auftragswerk der beiden...
Paolo Carignani dirigiert in Frankfurt die für Paris 1865 erweiterte Fassung von Verdis «Macbeth». Dabei reibt sich die melodische Suggestion, auf die er setzt, mitunter an einer szenischen Interpretation, für die die schroffere Urfassung angemessener wäre. Aus der so entstehenden gelegentlichen Diskrepanz zwischen Graben und der drastisch aufgerauten Optik auf der...
Noch vor fünfzig Jahren gehörte d’Alberts «Tiefland» – genau wie Flotows «Martha» und Lortzings «Undine» – zum unverzichtbaren Standardrepertoire des deutschen Stadttheaters. Nachdem diese Werke, nicht zuletzt auf Grund einer wohl durch die Achtundsechziger ausgelösten Intellektualisierung des Musiktheaters, fast vollständig von unseren Spielplänen verschwunden...
