Schiller dekonstruiert

Mannheim, Mundry/Pauset: Das Mädchen aus der Fremde

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«Das Mädchen aus der Fremde» lautet der Titel eines Gedichtes von Friedrich Schiller. In diesem Jahr dreht sich alles um den Geistesheroen, der vor zweihundert Jahren starb. An der Schillerbühne zumal – denn so versteht sich das Mannheimer Nationaltheater. Der Abend, der um zwei Gedichte von Friedrich Schiller kreist, entstand als Auftragswerk der beiden Komponist/inn/en Isabel Mundry und Brice Pauset sowie der Choreografin Reinhild Hoffmann. «Der Tanz», der zweite Text, stand denn auch im Zentrum der Arbeit mit der Gattungsbezeichnung «Musik-Theater».

Eine «Oper» im eigentlichen Sinne ist es nicht: Es gibt keine Solisten, nur Chorensembles, zwei Schauspieler, Orchester und eine Balletttruppe. Eine Geschichte gibt’s nicht. Wie auch: Schillers Poem «Der Tanz» nimmt den Gesellschaftstanz als Modell der Gesellschaft schlechthin und fragt nach dem Zusammenhang von Freiheit und Regel: Die Choreografie ist die Ordnung, die individuelle Tanzvariation des einzelnen Paares die – relative – Freiheit. Dreimal wird auf der Bühne des Mannheimer Nationaltheaters dieselbe Choreografie gezeigt, mit minimalen Abweichungen. Da werden Bewegungen einstudiert, imitiert, paarweise, im Ensemble. Aus dem ...

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Opernwelt Juli 2005
Rubrik: panorama, Seite 45
von Thomas Rothkegel

Vergriffen
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