Danse macabre

Auf nachtschwarzer Bühne: Carl St. Clair und Hans Neuenfels räumen an der Komischen Oper Berlin mit «Traviata»-Klischees auf

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Verdis Musik leuchtet in die Raumfinsternis hinein, in ein Menschendrama in nachtschwarzem Bühnenkasten. Und Carl St. Clair unterstreicht gleich im Vorspiel zu «La traviata», seiner ersten Berliner Premiere, fast feierlich das lyrische Gebet der hohen Streicher, den Ausdruck trauernder Inständigkeit, der unmittelbar auf die verletzte Seele und am Ende auf den Tod der Violetta Valery verweist. Der neue Generalmusikdirektor der Komischen Oper treibt Verdis Partitur scharf, präzise, hart federnd in die Atemlosigkeit des Dramas dieser Frau.

Tatsächlich zielt die Regie von Hans Neuenfels radikal auf das verzweifelte Drei-Personen-Kammerspiel um Violetta Valery, den Vater und den Sohn Germont, zielt in aller Härte auf das Unglück dieser Kurtisane, ihr unverhofft großes und wahres Gefühl, das sie beiden Männern opfern muss. Neuenfels will die «Traviata» nur in dieser verengten, doch existenziell zugespitzten Dimension verstehen, alles andere, das konventionell Gesellschaftliche aus dem alten Paris, lässt er beiseite. Dass es sich laut Verdi um eine «wirkliche Prostituierte» handelt, macht die Aufführung zunächst eher dezent deutlich. Doch am Ende steht Violetta Valery gnadenlos auf einem ...

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Opernwelt Januar 2009
Rubrik: Im Focus, Seite 6
von Wolfgang Schreiber

Vergriffen
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