Danse macabre
Verdis Musik leuchtet in die Raumfinsternis hinein, in ein Menschendrama in nachtschwarzem Bühnenkasten. Und Carl St. Clair unterstreicht gleich im Vorspiel zu «La traviata», seiner ersten Berliner Premiere, fast feierlich das lyrische Gebet der hohen Streicher, den Ausdruck trauernder Inständigkeit, der unmittelbar auf die verletzte Seele und am Ende auf den Tod der Violetta Valery verweist. Der neue Generalmusikdirektor der Komischen Oper treibt Verdis Partitur scharf, präzise, hart federnd in die Atemlosigkeit des Dramas dieser Frau.
Tatsächlich zielt die Regie von Hans Neuenfels radikal auf das verzweifelte Drei-Personen-Kammerspiel um Violetta Valery, den Vater und den Sohn Germont, zielt in aller Härte auf das Unglück dieser Kurtisane, ihr unverhofft großes und wahres Gefühl, das sie beiden Männern opfern muss. Neuenfels will die «Traviata» nur in dieser verengten, doch existenziell zugespitzten Dimension verstehen, alles andere, das konventionell Gesellschaftliche aus dem alten Paris, lässt er beiseite. Dass es sich laut Verdi um eine «wirkliche Prostituierte» handelt, macht die Aufführung zunächst eher dezent deutlich. Doch am Ende steht Violetta Valery gnadenlos auf einem ...
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Irgendwann muss es ja einer mal aussprechen: Die meisten Sängerinnen haben einen schrecklichen Geschmack, was ihre Konzertkleidung betrifft. Beim Abschlusskonzert des 37. Bundeswettbewerbs Gesang schwebt am 1. Dezember gleich eine ganze Reihe grauenhafter Roben über die Bühne der Deutschen Oper Berlin: Kleider, die so gestrig, so trutschig, so geschmacklos in ihrem...
Mucksmäuschenstille. Noch ist nichts zu hören. Orchesterschweigen. Umso mehr ist zu sehen. Rechts, im Spelunkenlicht, steht Donner, eng umschlungen, kussintensiv. Wer die Dame wohl sein mag? Erst später wird sich herausstellen: Die Dame ist ein Herr und heißt Froh. Unterdessen wartet am linken Bühnenrand jemand mit Plastiktüte. Ein Beobachter. Ein stummer Geist....
Was fällt als Erstes auf an dieser Seite? Richtig: Mozart schreibt die Stimmen der Violinen ganz oben. Gewohnt ist man, dort das zu lesen, was die Holzbläser spielen, meist die Flöten. Unten stehen, wie auch später üblich, die Bässe. So spannt sich der Klangraum auf, in den die Bläser eingebettet sind. Man liest anders – und hört anders. Das Faksimile von «Così fan...
