Herausfinden, was er wirklich wollte...

Eine Festival-Biennale in Brünn soll zum Schwerpunkt der Janácek-Pflege werden

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Auf dem Weg viele Stufen hinauf zur  St. Peter-und-Pauls-Kathedrale, diesem wunderbaren Joint Venture von Romanik, Gotik und Barock, das die Altstadt von Brünn überragt, hören wir aus einem Haus eine keifend scharfe Frauenstimme. Da wir in Sachen Leos Janácek hier sind, wird uns sofort klar, woran sie uns erinnert: an Kostelnicka, die Küsterin aus «Jenufa» – eine Figur mit eingebautem Rasiermesser: Man schneidet sich an ihr. Der Komponist war ihr vermutlich im Wirtshaus begegnet.

Er saß ja oft da, hörte den Gästen zu, notierte Gesprächsflos­keln, Sprechtonfälle, Satzmelodien, sog den mährischen Sprachklang ein wie ein Schwamm. Atemlos hingefetzt manchmal die Notenschrift, in ihrer schlampigen Flüchtigkeit den Wirtshauspalavern ähnlich. Und ähnlich schwierig zu entwirren.
«Es ist oft sehr schwer zu rekonstruieren, was er wirklich wollte», sagt To­más Hanus, seit diesem Herbst Künstlerischer Direktor der Oper in Brünn. «Er hat auf einem weißen Blatt Papier die Linien gezogen und dann die Noten hineingewühlt. Wenn er eine Mittagspause machte und danach auf einem anderen Blatt weiterschrieb, führte das manchmal zu merkwürdigen Tempo-
relationen, weil er einfach vergaß, dass er einen ...

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Opernwelt Januar 2009
Rubrik: Magazin, Seite 66
von Gerhard Persché

Vergriffen
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