Editorial August

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Skylark hat Angst. Eigentlich sollte jetzt sein großer Auftritt stattfinden. Er sollte aufsteigen in den Himmel, Symbol des befreiten Individuums, alle Blicke auf sich ziehen – und nach oben. Doch Skylark dreht nur eine kleine Runde knapp über den Mönchsköpfen und bringt sich bei seinem Trainer in Sicherheit. Es ist Mitternacht. Skylark gehört als finale Pointe zum Stockhausen-Großprojekt der Musica Viva, aber nachts fliegen keine Raben. Also auch Skylark nicht. So bleibt es bei einer Andeutung dessen, was sein könnte, sollte, müsste in der Münchner Fußgängerzone.

Aber wir haben schon verstanden. Stockhausen, der große Guru, selbst einer von denen, die gern abheben, war alles andere als ein cooler Technikfreak. Er wollte in seinem «Licht»-Zyklus das ganze Leben porträtieren – Himmel und Erde, Seele und Körper, Glaube, Liebe, Hoffnung, Geburt und Tod. Mit Klavierclustern und Engelszungen, mit Bläserstürmen und Orchesterstimmen, mit einem Mönchschor, der singend, psalmodierend, stampfend, rasend Luzifers böse Geister vertreibt. Bis die Luft rein ist. Nicht nur für den Vogel. Doch auch ohne Skylark war er eine grandiose Erfahrung, dieser «Samstag aus Licht». Man muss sie eben nur ...

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Opernwelt August 2013
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Stephan Mösch & Albrecht Thiemann

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