Chapeau, Madame Ardant!

Schostakowitsch: Lady Macbeth von Mzensk
Athen | Griechische Nationaloper

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Welche Regisseurin, welcher Regisseur wünschte sich das nicht: Carte blanche bei der Stückauswahl. Fanny Ardant, eine der letzten großen Film- und Theaterdiven Frankreichs, kam in diesen Genuss: Die Griechische Nationaloper mit Sitz im Kulturzentrum Stavros Niarchos fragte bei der Schauspielerin an, ob sie Interesse hätte, in Athens modern-mondänem Musentempel ein Musiktheateropus zu inszenieren; sie selbst dürfe aussuchen.

Wer nun dachte, Ardant würde sich als späte Debütantin auf diesem heiklen Terrain für ein Werk entscheiden, dessen Sprache und Esprit sie genuin beherrscht, irrte: Die Drehflasche blieb bei Schostakowitschs «Lady Macbeth von Mzensk» liegen.

Was sie ausgerechnet an diesem wenig sonnigen, dramaturgisch kniffligen Stück affizierte, beschrieb Fanny Ardant in einem knappen Programmbuch-Essay. Sie liebe die Titelfigur, wissend, dass es gefährlich sei, eine Kriminelle zu lieben. Aber diese Katerina Ismailova sei mehr als eine Figur aus der Welt des Novellisten Nikolai Leskov, die Eingang in eine Oper von Schostakowitsch gefunden habe; sie könne uns jeden Tag zu jeder Zeit überall persönlich begegnen: als Versuchung, als Gefahr, als Herausforderung. Und als ...

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Opernwelt Juli 2019
Rubrik: Panorama, Seite 32
von Jürgen Otten

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