Bilderfluten

Puccini: La Bohème
MEININGEN | STAATSTHEATER

Opernwelt - Logo

Jetzt habe er die Faxen aber dicke von der Oper, sagte Markus Lüpertz während der Pressekonferenz am Premierenabend. Mehr als acht Wochen hat der 80-Jährige im Mal- und Probensaal des Meininger Staatstheaters durchgearbeitet, nun scheint er zufrieden mit seinem Versuch, Puccinis «La Bohème» auf die Bühne gebracht zu haben. Das Publikum jedenfalls zeigte sich vom Ergebnis mehrheitlich begeistert, applaudierte dem anwesenden «Malerfürsten» enthusiastisch.

Was reizt einen Künstler-Egomanen wie Lüpertz, Regie zu führen? Ist es seine Vision einer Art Arkadien auf der Opernbühne? Einer Kunstwelt, die den Menschen «erhebt» und der schnöden Realität, inklusive grassierender «Entpoetisierung» etwas entgegenzuhalten vermag? Genau davon erzählt Lüpertz; auch von seiner Berliner Bohèmien-Zeit, dass er mit dem heutigen Regietheater nichts anfangen könne, Musik für ihn schon die Handlung sei und er der Schönheit von Puccinis Musik sowie den «singenden Farben» seiner selbstgemalten Bühnenbilder vertraue.

Nein, ein «Missionar» in Sachen Oper ist das selbsternannte Genie Lüpertz nicht. Eher ein altersweiser Maler, der mithilfe eines Co-Regisseurs (Maximilian Eisenacher) erstmals eine Oper ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Februar 2022
Rubrik: Panorama, Seite 46
von Bettina Volksdorf

Weitere Beiträge
Kleine Herzen, große Gefühle

Es ist angerichtet. Der Schaum gut verteilt über beide Wangen, das Messer gezückt, die Klinge gewetzt. Jetzt muss Sweeney Todd nur noch seines Amtes walten und einen gezielten (Schluss-)Strich ziehen, dann ist das Leben jenes Mannes, der seine Frau vergewaltigt (und damit in den Irrsinn getrieben) hat und  nun kurz davor ist, sich auch die Tochter einzuverleiben,...

«Mein lieber Orffeo»

Anders als Walter Felsenstein und Wieland Wagner, die als Mitbegründer des modernen Regietheaters gelten, hat Günther Rennert (1911–1977) kaum Spuren in der Theatergeschichte hinterlassen. Dabei war der Hamburgische (1946–1956) und Münchner (1967–1976) Intendant zu seinen Lebzeiten ebenso bekannt wie seine beiden berühmteren Kollegen. Zwischen dem hochstilisierten...

Sahnig-süß

Als Gustavo Dudamel im April 2021 zum neuen musikalischen Leiter der Opéra national de Paris ernannt wurde, verwiesen manche verwundert auf das schmale Opernrepertoire des amtierenden Chefdirigenten des Los Angeles Philharmonic. Dieses besteht vor allem aus Hauptwerken von Mozart, Verdi und Puccini, zuzüglich «Fidelio», «L’elisir d’amore», «Tannhäuser», «Carmen»,...