Anstrengender als Onlineshopping!

Aus der freien Musikszene Berlins: Beethovens Zehnte im Remix und der Vertrag mit dem Teufel

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Durch die Fensterfronten zucken die abendlichen Lichter des Alexanderplatzes. In der Raummitte zeigen Monitore, zu einem Altar aufgetürmt, flackernde Bilder von leeren Zuschauerreihen, Sängern und Darstellern in Aktion. Drumherum ein Schlagzeug, ein Kontrabass und ein Live-Elektronik-Set-up aus Laptop und Mischpult. Wie aus einer versunkenen Welt erschallen aus Lautsprechern Streichertöne und Gesangsfetzen, während die anwesenden Musiker zu Klängen aus der Konserve frei improvisieren.

Hin und wieder murmelt einer von ihnen schwer verständliche Worte in ein Mikrofon oder macht laute Schmatzgeräusche. Ein wildes Klangchaos. Wer nicht, wie der Schlagzeuger, in weiser Voraussicht einen Gehörschutz mitgebracht hat, den zieht es schnell nach draußen, wo als zweiter Teil der Installation ein digitaler Parcours aus QR-Codes wartet. Mit steifen Fingern und den Schal fest um Mund und Nase gewickelt, halten die Besucher ihre Smartphones in die Nachtluft und lauschen den Musikstücken hinter den Stationen.

Was sie hören, sind späte Streichquartette von Ludwig van Beethoven, Fragmente seiner unvollendeten 10. Sinfonie und Kompositionen von Michael Wertmüller, die dem experimentellen Geist ...

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Opernwelt Februar 2022
Rubrik: Magazin, Seite 70
von Anna Schors

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