Aus der Werkstatt für die Werkstatt
«Soeben gelesen. Bravo, Bravissimo» – in diesen Ruf dürfte der Leser ausbrechen, der Fabian Kerns Dissertation über die Beziehungen der Coburger Theatermalerfamilie Brückner zu den Bayreuther Festspielen von 1876 bis 1914 gelesen hat. Das mit vielen Erstveröffentlichungen reich bebilderte Buch zeigt, dass geduldiges Quellenstudium noch viele unbekannte wie wichtige Dokumente zutage fördern kann und die bekannten Quellen, im Hinblick auf die nun entdeckten, neu interpretiert werden können.
Dabei handelt es sich zunächst «nur» um eine Arbeit, die das denkbar «unpolitische» Bühnenbild in den Blick nimmt. Wie vermint gerade dieses Gelände in der Rezeptions- und der (von Lügen und Fälschungen durchzogenen) Selbstdeutungsgeschichte der Bayreuther Festspiele unter Cosima und Siegfried Wagner ist, zeigt Kern in frappierender Weise. Man gewinnt mit der Lektüre ein gewandeltes Bild der Bayreuther Festspiele zwischen der Gründung und dem Ersten Weltkrieg.
Die Hauptthese lautet: Die Brückners waren keine routinierten Theaterfabrikarbeiter, sondern autonome Künstler. Sie klebten nicht am Historismus, sondern entwickelten ihre ästhetischen Ausdrucksmittel kontinuierlich weiter. Sie arbeiteten ...
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Opernwelt April 2011
Rubrik: Medien/Buch, Seite 30
von Frank Piontek
ARTE
1./7.4. – 6.00 Uhr
Il Giardino Armonico.
Jubiläumskonzert in Würzburg zum 25-jährigen Bestehen des Orchesters.
1.4. – 7.30 Uhr (Teil 24)
2.4. – 8.25 Uhr (Teil 24)
Little Amadeus.
Zeichentrickserie über die Abenteuer des jungen Mozart. 24. Sternschnuppen.
3.4. – 6.00 Uhr
Eine Musikstunde mit Kenneth Gilbert.
Der Cembalist Olivier Baumont und sein Lehrer Kenneth Gilbert...
Mister Turnage, Sie haben vor rund zehn Jahren einen kurzen Beitrag für «Opera» geschrieben...
Wirklich? Daran kann ich mich gar nicht erinnern...
Die «Erzähl»-Oper, hieß es da, sei ein Auslaufmodell, eine Sackgasse. Viele dachten damals, «The Silver Tassie» nach Sean O’Casey sei die letzte Turnage-Oper. Jetzt haben Sie es doch wieder gemacht...
Das ist schon...
Es ist ein gewaltiger Sprung, den sich Agneta Eichenholz mit ihrer Alcina zutraut: Von der Lulu, mit der sie vor knapp zwei Jahren an Covent Garden den internationalen Durchbruch feierte, zu Händels Zauberin zu wechseln, heißt vom Opfer zur Täterin werden, von der Kindfrau zum männerverzehrenden Vamp. Dass die Schwedin auch das Format für die reife Femme fatale...
