Auf die Schwingung kommt es an

Peter Sellars inszeniert als «Artist in Residence» der Berliner Philharmoniker Werke von Kaija Saariaho und Claude Debussy

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Mit Peter Sellars haben die Berliner Philharmoniker in dieser Spielzeit erstmals einen Regisseur als «Artist in Residence» gewählt. Die Einladung markiert die Fortsetzung einer erfolgreichen Zusammenarbeit: Der Amerikaner hat in den letzten Jahren mit dem Orchester bereits die beiden Passionen von Johann Sebastian Bach in Szene gesetzt. Die schwebende Balance, die diese Produktionen in der Philharmonie zwischen Musik, Gesang und angedeutetem Spiel fanden, war beeindruckend. Sellars gelang es, die Übergänge zum Szenischen ganz aus der Konzertsaalsituation heraus glaubhaft zu machen.

Seine Versuche, das rein Konzertante aufzubrechen, entspringen weniger einem kritischen Impuls. Sie zielen vielmehr auf eine Poetisierung des Musikalischen, auf träumerische Abschweifungen des Hörens. Man könnte auch sagen: Er ermöglicht Erfahrungen der Grenzüberschreitung, die auch ein größeres Publikum begeistern können. Für die Philharmoniker, die sich ja als Institution der Zukunft begreifen, dürften die experimentellen Arbeitsprozesse ebenso inspirierend sein wie die Resultate. Im Dezember setzte Sellars an vier Abenden mit halbszenischen Aufführungen von Debussys «Pelléas und Mélisande» starke ...

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Opernwelt Februar 2016
Rubrik: Magazin, Seite 71
von Martin Wilkening

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