Auf der Suche nach einer verlorenen Zeit
Wir sind ihr früher öfter begegnet, in der Nähe der Strudlhofstiege im neunten Wiener Gemeindebezirk. Wahrscheinlich hieß sie nicht Arabella, aber wir nannten sie so, weil sie uns irgendwie an Lisa della Casa erinnerte, die «Arabellissima» früherer Zeiten. Freilich, der Ort dieser anonymen Begegnungen ließe weniger an Hofmannsthal denken als an Heimito von Doderer und das, was dieser von Mary K.
, eine der Heldinnen seines nach jener Stiege benannten Romans, anmerkt: Sie habe nie daran gedacht, «vom schön geebneten oberen Weg abzubiegen, von wo aus man den Blick allzeit hinuntersenken konnte in die Klamm drangvoller Umstände und in des Lebens ungleichmäßig sich durchzwängende Wasser.»
Ähnliches hätte Hofmannsthal über Arabella sagen können – vor allem im Zusammenhang mit dem 1925 skizzierten Vaudeville nach seiner Novelle «Lucidor». Willi Schuh schreibt, die Figur sei vom Dichter konzipiert «als ein moderner Frauentyp in einer neuen, der Nachkriegswelt, in welcher alle Gewichte verändert waren». Noch in der ersten Fassung des Opern-Librettos von 1928 war Arabella zynisch, fatalistisch, mit ausgeprägtem Widerwillen gegenüber jeglicher Sentimentalität. Es scheint, als habe sich ...
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