Immer wieder Mozart

Zum Tod von Werner Hollweg

Opernwelt - Logo

Man wusste, dass Werner Hollweg an einer schweren Krankheit litt, für die die Medizin noch keine heilenden Mittel bereithält. Doch wenn dann die Nachricht vom Tod kommt, bleibt die Erschütterung über das Ende gleichwohl schmerzlich, weil sich mit dem Abschied zugleich unvergessene Abende in die Erinnerung drängen. Werner Hollweg, am 13. September 1936 in Solingen geboren, ge­hörte vor allem in den siebziger und achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts zu den Mozart-Tenören, die das Erbe Fritz Wunderlichs antraten.

Er brachte für Mozart ideale Voraussetzungen mit: stimmliche Geschmeidigkeit, ­einen warmen Herzenston, schönen Stimmklang, vor allem aber jene schwer zu beschreibende Vereinigung von Spiritualität und Kantabilität, die erst das wahre Mozart-Glück bereiten.
Immer wieder hat Werner Hollweg Idomeneo, Titus, Tamino, Belmonte, Don Ottavio, Ferrando gesungen, bei den Salzburger Festpielen, in Berlin, Hamburg, München und Wien. Bei seinem Titus adelte der Glanz der Stimme die Gebrochenheit der Figur. Das Tragische gewann einen schmerzlich-expressiven Ton. Groß war auch sein Idomeneo, den er unter Harnoncourt in Zürich darstellte. Monteverdis Ulisse gewann bei Hollweg aus dem ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Februar 2007
Rubrik: Magazin, Seite 25
von Gerhard Rohde

Vergriffen
Weitere Beiträge
Strauss: Ariadne auf Naxos

Von wegen «wüste Insel»! Zürichs mythisches Naxos liegt gleich um die Ecke vom Opernhaus. Es ist die legendäre Speisegaststätte Kronenhalle. Christian Schmidt hat sie einfach auf der Zürcher Opernbühne nachgebaut. Auf eine Verwandlung mehr oder weniger kommt es in Strauss’ verwandlungsreicher «Ariadne» nun wirklich nicht an. Auch der Haushofmeister hat sich hier in...

Mozart: Idomeneo

Die Uraufführung von Mozarts «Idomeneo» (1781) ging beinahe auf den Tag genau sieben Jahre vor der britischen Kolonisierung Australiens über die Bühne. Wenn sich die Pinchgut Opera in Sydney dieses Stücks angenommen und dessen Aufführung zu einem wichtigen Ereignis der australischen Feierlichkeiten zum 250. Geburtstag des Komponisten gemacht hat, so ist dies auch...

Vor dem Durchbruch

Kurz vor den Proben zu Francesco Cavallis «Giasone» an der Oper Frankfurt ist die Regisseurin Anouk Nicklisch unerwartet verstorben. Im Gespann mit dem Intendanten Georges Delnon und häufig auch mit dem Bühnenbildner Roland Aeschlimann hatte Nicklisch am Stadttheater Koblenz sowie am Mainzer Staatstheater zahlreiche eigenwillige In­szenierungen erarbeitet: Mozarts...