Immer wieder Mozart
Man wusste, dass Werner Hollweg an einer schweren Krankheit litt, für die die Medizin noch keine heilenden Mittel bereithält. Doch wenn dann die Nachricht vom Tod kommt, bleibt die Erschütterung über das Ende gleichwohl schmerzlich, weil sich mit dem Abschied zugleich unvergessene Abende in die Erinnerung drängen. Werner Hollweg, am 13. September 1936 in Solingen geboren, gehörte vor allem in den siebziger und achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts zu den Mozart-Tenören, die das Erbe Fritz Wunderlichs antraten.
Er brachte für Mozart ideale Voraussetzungen mit: stimmliche Geschmeidigkeit, einen warmen Herzenston, schönen Stimmklang, vor allem aber jene schwer zu beschreibende Vereinigung von Spiritualität und Kantabilität, die erst das wahre Mozart-Glück bereiten.
Immer wieder hat Werner Hollweg Idomeneo, Titus, Tamino, Belmonte, Don Ottavio, Ferrando gesungen, bei den Salzburger Festpielen, in Berlin, Hamburg, München und Wien. Bei seinem Titus adelte der Glanz der Stimme die Gebrochenheit der Figur. Das Tragische gewann einen schmerzlich-expressiven Ton. Groß war auch sein Idomeneo, den er unter Harnoncourt in Zürich darstellte. Monteverdis Ulisse gewann bei Hollweg aus dem ...
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