Groß und klein
Zu den wichtigsten Aktivposten der Ära Zehelein an der Stuttgarter Staatsoper gehörte die 1997 institutionalisierte «Junge Oper», deren Absicht es ist, Kinder und Jugendliche spielerisch an das Musiktheater heranzuführen. Albrecht Puhlmann hat die Einrichtung seines Vorgängers übernommen.
Barbara Tacchini, die neue Leiterin des kleinen Teams, lässt alles beim Alten und macht doch vieles anders: Im Foyer des Opernhauses finden Sitzkissenkonzerte für die Kleinsten statt, ein Hexenkonzert mit Timpinella Klitzeklein samt dazugehörigem Kompositions-Workshop ist geplant, und auch das in Zusammenarbeit mit den Schulen durchgeführte pädagogische Angebot wird ausgeweitet – Aktivitäten, die in der öffentlichen Wahrnehmung meist ausgeblendet bleiben und doch so wichtig sind für die Zukunft der Institution Oper.
Im Zentrum der Arbeit stehen aber wie bisher die Aufführungen eigener Produktionen. Und da war man als erwachsener Sympathisant bei der Spielplanvorschau zunächst irritiert, weil neben einer ominösen «Tischoper» im Kammertheater, der angestammten Spielstätte der «Jungen Oper», mit Jacques Offenbachs «Reise zum Mond» erstmals auch ein Ausflug ins große Opernhaus bevorstand.
Beide ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Eigentlich sollte der Januar beim Staatstheater Kassel ein opernloser Monat sein, denn das provisorische «Kuppeltheater» auf dem Friedrichsplatz schloss an Silvester seine Tore, das renovierte Opernhaus aber wird erst am 3. Februar mit «Tristan und Isolde» wiedereröffnet. Doch musste das Publikum nicht auf Musiktheater verzichten. Denn die gotische Brüderkirche,...
In seinen zwei Jahre vor seinem Tod veröffentlichten Memoiren kommt Giovanni Pacini (1796-1871) auf den bestimmenden Einfluss Gioacchino Rossinis zu sprechen und macht sich mit einem Stoßseufzer Luft: «Alle folgten dem großen Stern, aber guter Gott! Was sollte man tun, wenn man sonst keine Möglichkeit hatte, sich über Wasser zu halten!»
Siebzig Opern hat der aus...
Wir sind ihr früher öfter begegnet, in der Nähe der Strudlhofstiege im neunten Wiener Gemeindebezirk. Wahrscheinlich hieß sie nicht Arabella, aber wir nannten sie so, weil sie uns irgendwie an Lisa della Casa erinnerte, die «Arabellissima» früherer Zeiten. Freilich, der Ort dieser anonymen Begegnungen ließe weniger an Hofmannsthal denken als an Heimito von Doderer...
