Apropos... Zukunftsmusik

Er kam 1960 im Appenzell zur Welt, lebt heute in Berlin. Er ist Komponist und leitet von diesem Jahr an mit Manos Tsangaris die Münchener Biennale für neues Musiktheater: DANIEL OTT. Noch nie war das von Hans Werner Henze gegründete Festival so kleinteilig, noch nie wurden so viele Sparten bedient. Vom Werk zum Projekt?

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Herr Ott, Sie lassen alles machen: Volksmusik, Installationen, eine rätoromanische Lesung, Literaturopern und Projekte, die a priori zu beschreiben schwerfällt.
So kann man es zusammenfassen. Diese Vielfalt ist nicht Zufall, sie ist Absicht.

Unter Ihren Vorgängern Hans Werner Henze und Peter Ruzicka vertrat die Biennale einen Werkbegriff, suchte nach neuen, kanonfähigen Stücken, die auch außerhalb des Festivals in anderen Inszenierungen nachgespielt ­werden könnten.

Genau.

Ein Lieblingsspruch von Manos ist: Wir wollen das eine tun und das andere nicht lassen. Also sprich: Was unsere geschätzten Vorgänger aufgebaut haben, die klar das Staatstheater im Blick hatten und dem Opernrepertoire neue Werke zuführen wollten, wollen wir auf keinen Fall aufgeben. Aber das ist nicht alles, was für uns heute unter Musiktheater läuft. Uns war wichtig, die ganze Fülle der Ausformungen, was heute Musiktheater sein kann, zuzulassen, bei aller Widersprüchlichkeit der Formen.

Trägt Ihre Biennale dennoch etwas zum Kanon bei?

Ich würde sagen, die Hälfte der 15 Arbeiten, die wir präsentieren werden, kann anderswo wieder aufgenommen werden. Es gibt auch fünf, sechs Koproduktionen, die ohnehin nachgespielt ...

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Opernwelt Juni 2016
Rubrik: Magazin, Seite 87
von Egbert Tholl

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