Salz in des Narren Wunden

Verdi: Rigoletto Paris / Opéra Bastille

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Das erste Bild ist vielversprechend. Rigoletto, das aufgeschminkte Clownsgesicht verzweifelt verzogen, trägt ­einen Karton vor sich her. Er bewahrt darin Kleidungsstücke auf, die ihn an die durchgemachte Tragödie erinnern. Auf der Bühne der Opéra Bastille läuft die Handlung nämlich als Rückblende ab: Die Ereignisse, die einst Rigolettos Seele versehrten, werden wieder hochgespült. Das Bühnenbild entpuppt sich selbst als riesenhafte Pappschachtel. Das ist nicht nur clever. Sondern auch typisch für Claus Guth, der gern von inneren Vorgängen ausgeht.



Leider bleibt die Entwicklung dieser Idee bald auf der Strecke: Ein einzelner guter Einfall genügt eben nicht. Fehlte es dem Regisseur an Zeit? Arbeitet Guth, wie so mancher erfolgreicher Kollege, an zu vielen Aufträgen gleichzeitig, so dass kaum Raum bleibt, um in neuen Bahnen zu denken? Ob Videoprojektionen (Gilda erscheint als Kind, das Rigoletto gern am Erwachsenwerden hindern würde), ironische Anspielungen (zu «qual piuma al vento» tauchen Revue-Tänzerinnen mit Federboas auf, «wie Federn im Wind» eben) oder das von Guth immer wieder gewählte Verfahren, die Hauptfigur mit einem Schauspieler zu verdoppeln: All das wirkt hier abgenutzt ...

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Opernwelt Juni 2016
Rubrik: Panorama, Seite 53
von Christian Merlin

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Spielpläne

ML = Musikalische Leitung
I = Inszenierung
B = Bühnenbild
K = Kostüme
C = Chor
S = Solisten
P = Premiere
AP = A-Premiere
BP = B-Premiere
UA = Uraufführung
WA = Wiederaufnahme

 

Deutschland

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