Apropos... Soubrette
Frau Kurzak, eine Rolle wie Donizettis Regimentstochter macht Ihnen an Unverschämtheit und Witz derzeit kaum jemand nach. Selbst Natalie Dessay wirkte kühler, Edita Gruberova hatte etwas Automatenhaftes, und Joan Sutherland gab mehr das Zirkuspferd. An wem haben Sie sich orientiert?
Allenfalls an Mariella Devia. Sie gehört zu meinen Vorbildern. Wenn gelacht wird, hat man etwas richtig gemacht. Die letzte Aufführung in Wien war übrigens die beste. Gute Spitzentöne. Ich konnte eigene Sachen einbauen.
Natürlich nur solche, von denen ich wusste, dass Laurent Pelly, der Regisseur, einverstanden sein würde. Wahrscheinlich ist in der Wiener Staatsoper noch nie so falsch gesungen worden wie in den Szenen, wo ich das absichtlich mache. Ich habe mich selbst halb krankgelacht.
Für Lily Pons war die Regimentstochter eine Basis für die Karriere. Könnte man heute auf dieser Rolle eine ganze Laufbahn aufbauen?
Heute ist das leider unmöglich. Sie wird zu selten gespielt. Und das, obwohl ich hier alles zeigen kann. June Anderson meinte, die Regimentstochter sei die schwierigste Rolle, die sie je gesungen habe. Anhand ihrer Platte, das gebe ich zu, habe ich gelernt. Allerdings nur das Stück, nicht ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt August 2013
Rubrik: Magazin, Seite 79
von Kai Luehrs-Kaiser
Wir sollten Wagners «Meistersinger» doch bitte nicht zu ernst nehmen, forderte David Alden in einem Interview zur Premiere. Und tatsächlich kaspert sich der viel beschäftigte Brite veritabel durch die drei Aufzüge. Das ist zumindest eine Seite seiner Inszenierung, die allerdings auch immer wieder ins Dunkle, Abgründige, buchstäblich Nachtschwarze kippt. Statisten...
Sie haben sich respektiert. Geistesverwandte waren sie nicht. Karlheinz Stockhausen, der katholisch sozialisierte Klangmystiker aus dem Bergischen Land, und Luciano Berio, der sinnlich-sonnige Gefühlsharmoniker aus Ligurien. Und doch gab es auch Verbindendes – nicht nur den Gedankenaustausch in Darmstadt, von dem ein bekanntes Foto aus dem Jahr 1956 zeugt: die...
Jubilare
Obwohl er nie in Bayreuth aufgetreten ist, galt er vielen als bedeutendster Wotan und Holländer seiner Generation: Robert Hale, geboren in Texas, hat sich Zeit gelassen bei der Entwicklung seiner Bassbariton-Stimme. 1965 debütierte er in Denver als Mozart-Figaro, gehörte dann zehn Jahre zum Ensemble der New York City Opera. In Europa hatte er seine größten...
