Apropos... erste Liebe

Am 25. Januar wird Diana Damrau noch einmal zum ­Teenager: Im Festspielhaus Baden-Baden steht die ­«Sängerin des Jahres» als Sophie im «Rosenkavalier» an der Seite von Renée Flemings Marschallin auf der Bühne. Jörg Königsdorf hat nachgefragt, wie sich die erste Liebe anfühlt

Opernwelt - Logo

Frau Damrau, für Ihr letztes Rollendebüt, Donizettis Lucia an der Met, haben Sie bei Nervenärzten über den Wahnsinn recherchiert. Bei wem haben Sie sich für Ihre Sophie erkundigt?
Zum Glück muss man für Sophie keine großen Forschungen anstellen. Das ist einfach ein kleines Mädchen aus neureicher Familie, das aus dem Kloster kommt und gegen seinen Willen verheiratet werden soll.

Damit befindet sie sich eigentlich in der gleichen Situation wie Lucia.
Schon, aber für mich ist die Sophie viel jünger und in ihrem Verhalten sehr viel freier.

Ich habe das Gefühl, dass sie das aufbrausende Temperament von ihrem Vater geerbt hat. Und am Schluss kann sie für sich selbst und ihre Gefühle einstehen. Das fällt Lucia viel schwerer.

Sophie erlebt in dem Stück ihre erste Liebe. Werden eigene Erfahrungen wieder lebendig, wenn man so eine Rolle singt?
Natürlich schöpft man aus der eigenen Lebenserfahrung – bis zu einer gewissen Grenze. Schließlich habe ich ja auch Lucia gesungen, ohne vorher jemanden umgebracht zu haben. Sophie hat allerdings enormes Glück: Sie findet auf Anhieb den Richtigen. Das ist mir leider nicht passiert – ich musste etwas länger warten.

Das klingt jetzt eher nach der Gefühlslage ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Das könnte Sie auch interessieren:
Neue Lied-Recitals


Opernwelt Januar 2009
Rubrik: Magazin, Seite 71
von Jörg Königsdorf, Diana Damrau

Vergriffen
Weitere Beiträge
Mosebachs Monologe

Seit einiger Zeit schon passen Theatermachern die Texte von Beethovens «Leonore»/«Fi­delio» nicht mehr so recht ins Konzept. Mit dem Hohelied auf Ehe und Familie im Gefängnishof können sie so wenig anfangen wie mit dem Gottvertrauen des politischen Gefangenen im finsteren Verlies. Das Jubelkantaten-Finale erscheint gar als Zumutung – es wird gern als konzertanter...

Der Rastlose

Zur Oper, die er vor einem Jahr im Gespräch mit «Opernwelt» als «Schwerpunkt» seiner Arbeit bezeichnete (siehe OW 1/2008), hat Richard Hickox erst relativ spät gefunden. Die ersten Impulse seiner musikalischen Sozialisation empfing er nicht auf einem Stehplatz in Covent Garden oder im Coliseum, sondern unter dem Dach der anglikanischen Kirche. Wenn sein Vater,...

Ein Vorschlag zur Güte

Wenn er nicht am Zeichentisch sitzt oder auf einer Baustelle herumklettert, kann man sicher sein, Stephan Braunfels in einem Opernhaus zu treffen: Unermüdlich propagiert er die Werke seines Großvaters Walter, dessen «Heilige Johanna» gerade zur «Wiederentdeckung des Jahres» gewählt wurde. Regelmäßig entwirft er Bühnenbilder – etwa für Nikolaus Lehnhoffs «Lohengrin»...