Der Rastlose

Zum Tod des britischen Dirigenten Richard Hickox

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Zur Oper, die er vor einem Jahr im Gespräch mit «Opernwelt» als «Schwerpunkt» seiner Arbeit bezeichnete (siehe OW 1/2008), hat Richard Hickox erst relativ spät gefunden. Die ersten Impulse seiner musikalischen Sozialisation empfing er nicht auf einem Stehplatz in Covent Garden oder im Coliseum, sondern unter dem Dach der anglikanischen Kirche. Wenn sein Vater, Pfarrer in Stokenchurch (!), einem Dorf nicht weit von London, den Gottesdienst hielt, drückte Klein-Richard die Orgelbank.

Und so war es zunächst vor allem die (englische) Orgel- und Chorliteratur, die den angehenden Dirigenten faszinierte. Daneben erschloss sich Hickox ein breites symphonisches Repertoire – auch hier konzentrierte er sich auf Partituren englischer Komponisten. Dabei interessierte ihn vor allem Unbekanntes.
Gewiss, die Sachs’sche Forderung, die Meister nicht zu verachten, hat Hickox ebenso ernst genommen, und das mit einigem Erfolg: Für seine Einspielung von Brittens «Peter Grimes» zum Beispiel erhielt er einen Grammy Award. Doch bleibt der «recording artist» Hickox eher als (Wieder-)Entdecker denn als genialischer Erneuerer des Kanons in Erinnerung. Er hat als Erster sämtliche Symphonien von Ralph Vaughan ...

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Opernwelt Januar 2009
Rubrik: Magazin, Seite 68
von Albrecht Thiemann

Vergriffen
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