Ein Vorschlag zur Güte
Wenn er nicht am Zeichentisch sitzt oder auf einer Baustelle herumklettert, kann man sicher sein, Stephan Braunfels in einem Opernhaus zu treffen: Unermüdlich propagiert er die Werke seines Großvaters Walter, dessen «Heilige Johanna» gerade zur «Wiederentdeckung des Jahres» gewählt wurde. Regelmäßig entwirft er Bühnenbilder – etwa für Nikolaus Lehnhoffs «Lohengrin» in Baden-Baden und gerade erst für «Fidelio» an der Deutschen Oper am Rhein.
Vor allem aber ist der Stararchitekt ein leidenschaftlicher Opernfan, der auch gern selbst mit Hand anlegt, um sich ein ästhetisch erträgliches Ambiente für sein Lieblingsvergnügen zu schaffen: An der Komischen Oper möbelte er aus Eigeninitiative das heruntergekommene Foyer mit einer effektvollen Spiegelgalerie auf; auch bei seinem Beitrag zur Debatte um die Sanierung des Innenraums der Berliner Staatsoper ließ sich Braunfels nach eigenem (durchaus glaubwürdigen) Bekunden nicht von der Aussicht auf einen weiteren Auftrag für sein Büro leiten, sondern allein von seiner Liebe zur Sache.
Tatsächlich steckt der Karren derzeit ziemlich im Dreck, nachdem der Wettbewerb um die Innenrenovierung des Knobelsdorff-Baus Unter den Linden zu einem fatalen ...
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Verdis Musik leuchtet in die Raumfinsternis hinein, in ein Menschendrama in nachtschwarzem Bühnenkasten. Und Carl St. Clair unterstreicht gleich im Vorspiel zu «La traviata», seiner ersten Berliner Premiere, fast feierlich das lyrische Gebet der hohen Streicher, den Ausdruck trauernder Inständigkeit, der unmittelbar auf die verletzte Seele und am Ende auf den Tod...
Verdis selten gespielte Oper «I masnadieri» nach Schillers aufrührerischem Jugenddrama «Die Räuber» entstand gleichzeitig mit «Macbeth». Allein schon die Nachbarschaft zum finstersten Melodramma der italienischen Opernromantik müsste aufhorchen lassen. Das Libretto des mit Verdi befreundeten Schiller-Übersetzers Andrea Maffei, der auch beim «Macbeth» die Hand im...
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