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Gluck: Iphigénie en Tauride an der Oper Antwerpen

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Dunkel regiert. Wo leuchtet das Licht der Aufklärung, das Gebot der optimistischen Denkungsart, es werde schon gut werden, und sei es durch das Auftreten einer Diana ex machina – nämlich gerade dann, wenn das Ungeheuerliche wahr zu werden droht, die Opferung des geliebten Bruders durch seine Schwester? Es geschieht aber nichts. Der Gewaltherrscher wird mit einem Schnitt durch die Gurgel getötet, und gleich feiert der Chor in C-Dur «une paix douce et profonde».

Glucks «Iphigénie en Tauride» lässt das Finstere nicht aus: die Traumata der Tantaliden, die Schuldträume des Orest, der die Mutter tötete, weil sie den Vater ermordete. Und doch tun wir uns Heutige schwer mit dem Glauben an das Gute. Immerhin leuchten in der «Iphigénie»-Inszenierung von Rafael R. Villalobos, (als Koproduktion der Opera Vlaanderen mit Montpellier und Sevilla) rechts und links der Szene, unauffällig aber durchgehend, zwei «EXIT»-Schilder. Es gäbe ihn wohl, den Notausgang.

Die Schilder gehören zum Setting, denn wir befinden uns in einem dunkel-nüchternen Theaterraum und schauen von der Bühne ins aufsteigende Parkett. Emanuele Sinisi hat einen konkreten Raum nachgebaut, es soll das Theater von Mariupol sein; ...

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Opernwelt Dezember 2024
Rubrik: Panorama, Seite 46
von Holger Noltze

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