Harmonie der Welt
Die Oper «Sita» nach dem indischen Nationalepos «Ramayana» entstand 1908/09. Nachdem Gustav Holst sie bei einem in England ausgeschriebenen Wettbewerb eingereicht und «nur» den zweiten Preis gewonnen hatte, unternahm er bis zu seinem Tod keine weiteren Anstrengungen mehr für eine Bühnenumsetzung. Erst für die Erstproduktion am Staatstheater Saarbrücken anlässlich des 150. Geburtstags von Holst wurde das nötige Aufführungs -material angefertigt.
Einfach war dies nicht – der an der Nervenentzündung seiner Hand leidende Komponist hatte weite Teile der Partitur seinem Studienfreund Fritz Hart diktiert. Holsts Textbuch spiegelt die Begeisterung des Komponisten für altindische Weisheitslehren, aber auch die Vorliebe jener Zeit für esoterische Sujets.
Die Rakshasas, böse und etwas abgewrackte Geister, hausen auf Markus Meyers Bühne in einem Müllraum. Nur der Gott Vischnu (in seiner irdischen Existenz als Held Rama) kann sie besiegen und damit die leidende Welt erlösen. Mutter Erde entsendet ihre Tochter Sita als Gefährtin und Ehefrau zu Rama. Holst stellte deren Entwicklung zu einer selbstbewussten Person in den Vordergrund. Nach einigen Konflikten und Missverständnissen bezwingt Rama ...
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Opernwelt Dezember 2024
Rubrik: Panorama, Seite 35
von Roland H. Dippel
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Richard Strauss’ zehnte Oper gilt weithin als «Rosenkavalier zweiter Klasse». Das ist als Urteil über die Dramaturgie nachvollziehbar, denn der 1929 verstorbene Textdichter Hugo von Hofmannsthal hatte sein Libretto nicht mehr überarbeiten können. Die Uraufführung folgte erst 1933 in Dresden, fünf Monate nach der Machtübernahme Hitlers und seiner Terror-Bande. Aber...
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