Harmonie der Welt
Die Oper «Sita» nach dem indischen Nationalepos «Ramayana» entstand 1908/09. Nachdem Gustav Holst sie bei einem in England ausgeschriebenen Wettbewerb eingereicht und «nur» den zweiten Preis gewonnen hatte, unternahm er bis zu seinem Tod keine weiteren Anstrengungen mehr für eine Bühnenumsetzung. Erst für die Erstproduktion am Staatstheater Saarbrücken anlässlich des 150. Geburtstags von Holst wurde das nötige Aufführungs -material angefertigt.
Einfach war dies nicht – der an der Nervenentzündung seiner Hand leidende Komponist hatte weite Teile der Partitur seinem Studienfreund Fritz Hart diktiert. Holsts Textbuch spiegelt die Begeisterung des Komponisten für altindische Weisheitslehren, aber auch die Vorliebe jener Zeit für esoterische Sujets.
Die Rakshasas, böse und etwas abgewrackte Geister, hausen auf Markus Meyers Bühne in einem Müllraum. Nur der Gott Vischnu (in seiner irdischen Existenz als Held Rama) kann sie besiegen und damit die leidende Welt erlösen. Mutter Erde entsendet ihre Tochter Sita als Gefährtin und Ehefrau zu Rama. Holst stellte deren Entwicklung zu einer selbstbewussten Person in den Vordergrund. Nach einigen Konflikten und Missverständnissen bezwingt Rama ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Dezember 2024
Rubrik: Panorama, Seite 35
von Roland H. Dippel
Donizetti als Liedmeister? Einige seiner Romanzen erfreuen sich seit Langem einer gewissen Beliebtheit, vor allem als Zugaben in Solokonzerten. Aber wer hätte gedacht, dass sich von dem genau zehn Monate vor Schubert geborenen Komponisten um die 180 Lieder für Singstimme und Klavier erhalten haben – Duette und Terzette nicht mitgezählt. So kann man Opera Rara zu...
Dialektisches Denken
Es ist kaum zu glauben, aber wahr: Im Januar 2025 feiert Peter Konwitschny seinen 80. Geburtstag. Schöpferisch ist er nach wie vor einer der besten Regisseure unserer Zeit; kürzlich erst hat er in Tokio die «Frau ohne Schatten» in Szene gesetzt. Die Oper Dortmund zeigt im Mai zyklisch seine grandiose «Ring»-Inszenierung, auch an anderen Häusern...
Erinnern wir uns. Es war ein heißer Augusttag des Jahres 2018 in Salzburg, man konnte froh sein, dass im Haus für Mozart die Klimaanlage funktionierte. Ein bisschen mulmig konnte einem trotzdem zumute werden angesichts dessen, was sich auf der Bühne ereignete. Jan Lauwers hatte sich Monteverdis «L’incoronazione di Poppea» vorgenommen und anscheinend den erklärten...
