Zangengeburt
Als man sich im Teatro Colón auf die argentinische Erstaufführung von Alexander Zemlinskys «König Kandaules» vorbereitete, wurde das Haus von Streiks erschüttert (siehe OW 11/2005). Dann schien sich die Lage beruhigt zu haben: Das Colón brachte ohne nennenswerte Probleme eine Wiederaufnahme der auf einem García-Lorca-Stück basierenden Oper «La zapatera prodigiosa» («Die wundersame Schustersfrau») des argentinischen Komponisten José Castro heraus.
Doch als die Proben für Richard Strauss’ «Capriccio» gerade begannen, drohte erneut Ungemach: Eine kleine Gruppe brach den fragilen Frieden, indem sie die Vorarbeiten für dieses Projekt systematisch behinderte – und so ein Machtwort der Aufsicht führenden Behörden provozierte. Der Kulturminister verfügte die Schließung des Hauses, bis eine verbindliche, einen reibungslosen Betriebsablauf gewährleistende Einigung mit den Gewerkschaften erzielt sei. Nach dreiundzwanzig Tagen war dieses Ziel erreicht, das Teatro Colón konnte seine Pforten wieder öffnen. Die unfreiwillige Auszeit machte erhebliche Umstellungen im Spielplan erforderlich: Die «Capriccio»-Premiere musste um einen Monat verschoben und eine Neuproduktion von Puccinis «Turandot» ...
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«Einstweilen (...) singe ich unter anderem gar oft und mit unaussprechlichem Vergnügen die Partie des Oedib in der Musik von Sacchini. Sie ist bei uns (in Berlin) gegeben worden, wie man mir gesagt hat, und hat wenig Beyfall gefunden; gewiss nur bey denen, die es nicht verstehen, innere Schönheiten eines Kunstwerkes durch eine fehlerhafte Exekution durchzufühlen;...
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