Abenteuer moderne Musik
Ein Kommunikationsgenie wie den britischen Dirigenten Simon Rattle hat es in der klassischen Musikhemisphäre wohl seit den Tagen Lenny Bernsteins nicht mehr gegeben. Dass Rattle (nicht erst als Nachfolger Claudio Abbados am Chefpult der Berliner Philharmoniker) zu den Top Ten der stabführenden Zunft aufschoss, ist nicht nur auf sein stets frisch wirkendes musikantisches Temperament zurückzuführen. Sir Simon punktet ebenso mit unprätentiösem Charme, wenn es um die verbale Vermittlung musikalischer Phänomene geht.
Die von ihm in Berlin initiierten und mit leidenschaftlichem Engagement vorangetriebenen Education-Programme für Kinder und Jugendliche haben sich als Erfolgsstory erwiesen. Wer den Dirigenten je bei der Probenarbeit mit Laien beobachtet hat, kann vor seiner Fähigkeit, selbst komplett Ahnungslose für die so genannte «klassische» Musik zu begeistern, nur den Hut ziehen.
Wer, wenn nicht Rattle, wäre also berufen, das vom breiten Publikum meist weiträumig umfahrene Terrain der Moderne für eben dieses Publikum zu erschließen, die Schätze einer Landschaft zu heben, die für viele immer noch Terra incognita ist? Schon vor zehn Jahren nutzte der Mann aus Liverpool das ...
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