«Ich liebe das Risiko»

Der Tenor John Mark Ainsley über die Jugendlichkeit bei Mozart, den Sadomasochismus der «Dichterliebe» und den Sinn hässlicher Töne

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Herr Ainsley, Sie singen Monteverdi, Henze und Mozart, Lied, Oratorium und Oper. Gibt es auch etwas, was Sie nicht singen?
Ja, natürlich. Rossini interessiert mich einfach nicht, obwohl Rollen wie der Graf Almaviva eigentlich gut zu meiner schnellen Stimme passen würden. Aber für mich liegt das Problem im Charakter dieser Rollen: Das sind, wenn man von den späteren Stücken ab «Otello» absieht, meist nur Standardcharaktere. Und wenn ich eine Rolle singe, dann mache ich das, um mich mit meiner Persönlichkeit in die Facetten dieses Charakters einzufühlen.



Die Musik spielt also für Sie gar nicht die erste Rolle?
Im Gegensatz zu vielen meiner Kollegen interessiert es mich nicht, bloß schön zu singen oder nur wegen einer wunderbaren Arie in einer Oper aufzutreten. Bevor ich eine Rolle aussuche, schaue ich immer, wie viel Fleisch Text und Musik zusammen bieten, um daraus einen glaubwürdigen Bühnenmenschen formen zu können.

Das ist ein ziemlich schauspielerischer Ansatz.
Der stand bei mir schon seit jeher im Vordergrund. Mit sieben, acht hatte ich mir fest in den Kopf gesetzt, Balletttänzer zu werden, mit fünfzehn habe ich ­leidenschaftlich in einer Jugendtheatergruppe mitgespielt. Im Grunde ...

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Opernwelt Februar 2006
Rubrik: Interview I, Seite 26
von Jörg Königsdorf

Vergriffen
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