Monteverdi: Die Krönung der Poppea
Ein (fast) leeres Bühnenhaus mit Hunderten kleiner Glühbirnen als schwebendem Himmel und einer Zugstange zum Sitzen, Schaukeln, Hangeln und Anlehnen; die Zuschauer auf einer Tribüne über dem Graben; zehn Musiker (mit Originalinstrumenten!) seitlich auf einer Empore; engagierte, musikalische Sänger; eine prägnante Regie und die präzise, lebendige, ausnehmend singbare, moderne Eindeutschung von Babette Hesse: Mehr bedarf es nicht, dass Claudio Monteverdis «Poppea» auch im kleinen Theater Eisenachs geschickt verknappt berührende Wirkung entfalten kann.
Sandra Leupold konzentriert sich in ihrer Regie auf die psychische Befindlichkeit der Figuren und deren Beziehungen zueinander: allen voran Poppea und ihre Gegenspielerin Ottavia. Die eine ist ganz unschuldiges Verliebtsein jenseits aller Machtgelüste. Sabina Martin singt und spielt das mit beweglichem, rundem Sopran zauberhaft intensiv. Die andere mutiert herzergreifend trauernd um Liebe und Leben zur Rächerin. Nadja Stefanoff bewegt sich mit samtenem Mezzo ebenfalls traumwandlerisch sicher in der Partitur Monteverdis und erfüllt sie mit plastischem Leben. Annegret Seiler als Drusilla und Krista Kujala als Amor kontrastieren dazu ...
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