Wichtige Aufführungen der Saison
Das Vorbild Stuttgart leuchtete hindurch: Was am dortigen Opernhaus zur Jahrtausendwende für erhebliches Aufsehen gesorgt hatte, funktionierte nun auch am Badischen Staatstheater Karlsruhe: Vier Regieteams schmiedeten Richard Wagners «Ring», und viermal glänzte dieser auf ganz unterschiedliche Weise. Am schillerndsten geriet der letzte Teil der Tetralogie, die «Götterdämmerung».
Regisseur Tobias Kratzer nahm hierbei gemeinsam mit seinem Ausstatter Rainer Sellmaier einige kühne, dabei durchaus tolerable Änderungen am Original vor und hielt sich auch mit sarkastischen Kommentaren zum Wirken seiner drei «Vorgänger» nicht zurück. «Was sich in Sellmaiers weißen und am Gibichungenhof verspiegelten Räumen ereignet, bleibt eine Mixtur aus Hochdramatik und kühler, beizeiten auch ironischer Brechung (...) Zudem ist Kratzers Personenregie von hohem Rang» (OW 12/2017)
Eingeweihte konnten sich ein Schmunzeln kaum verkneifen. Diesen Ort, den kannten sie: die mächtigen, einschüchternden Holzpaneele, Türen, die ins Nirgendwo führen, diesen ganzen sinnlosen Luxus. Malgorzata Szczesniak hatte für Krzysztof Warlikowskis Inszenierung von Debussys «Pelléas et Mélisande» bei der Ruhrtriennale 2017 das ...
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Jeder große Künstler würde gern der letzte Mohikaner sein – oder der erste Mensch. Wir leben ja immer noch im Zeitalter des Originalgenies – auch, wenn dieser altehrwürdige Sturm und Drang-Begriff aus der Mode kam und längst durch neue, mit dem Zeitgeist von Copy & Paste kompatiblere Worte ersetzt worden ist, wie «Freak» oder «Ikone». Aribert Reimann ist weder das...
59. Jahrgang, Jahrbuch 2018
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Im altgriechischen Theater war die Verschmelzung von gesprochenem Wort und (improvisierter) Musik selbstverständlich. Drama und Melos, Text und Klang, Sprechen und Singen agierten gleichsam auf Augenhöhe. Erst unter dem Einfluss der durchkomponierten Oper begannen sich die Gewichte zu verschieben: «Prima la musica, poi le parole» – der Titel des Einakters von...
