«Jede Vorstellung ist wichtig»
Herr Loebe, Sie sind seit 16 Jahren Intendant in Frankfurt. Was macht das Fundament eines guten Opernhauses aus?
Wichtig ist, dass die Kollektive – Orchester und Chor, aber auch Bühnentechnik, die verschiedenen Abteilungen – wie selbstverständlich auf einem hohen Niveau arbeiten, auf dem man immer noch etwas herauskitzeln kann. Wir haben in Frankfurt die Situation, dass alle Beteiligten mit Stolz ihren Beitrag leisten wollen, damit bei der Premiere das Gesamtniveau gesteigert wird.
Und so kann man bei dem Selbstbewusstsein aller Abteilungen aus einer guten Produktion noch eine sehr gute machen. Bis zur Premiere wird hier geackert.
Und das passiert immer in ungetrübter Harmonie?
Es gibt auch Phasen, wo man mir am liebsten die Tür zu meinem Büro eintreten würde, weil man sich überfordert fühlt. Nach der Premiere erscheinen sehr gute Kritiken – und schon überwiegt wieder der Stolz, dass man es gemeinsam gepackt hat. Wir spüren überproportional gute Reaktionen vom Publikum und seitens der Medien. Da muss dann vielleicht doch am Haus ein spezieller Geist wehen. Es ist natürlich so, dass ich viel anwesend bin und in fast jeder Vorstellung sitze. Dadurch vermitteln meine engsten ...
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In der vergangenen Spielzeit machten diese neuen Stücke den stärksten Eindruck: Heinz Holligers «Lunea» nach Nikolaus Lenau in Zürich (die «Uraufführung des Jahres»), Aribert Reimanns «L’Invisible» nach Maurice Maeterlinck an der Deutschen Oper Berlin, Toshio Hosokawas «Erdbeben. Träume» nach Heinrich von Kleist in Stuttgart und Arnulf Herrmanns «Der Mieter» nach...
Das Vorbild Stuttgart leuchtete hindurch: Was am dortigen Opernhaus zur Jahrtausendwende für erhebliches Aufsehen gesorgt hatte, funktionierte nun auch am Badischen Staatstheater Karlsruhe: Vier Regieteams schmiedeten Richard Wagners «Ring», und viermal glänzte dieser auf ganz unterschiedliche Weise. Am schillerndsten geriet der letzte Teil der Tetralogie, die «Gö...
Die Ersten waren sie nicht an der Deutschen Oper Berlin. Das «Wunder der Heliane», Erich Wolfgang Korngolds lange geschmähtes opus maximum, wieder ganz groß herauszubringen – dieser Aufgabe hatte sich das kleine Pfalztheater in Kaiserslautern bereits 2010 gestellt. Auch der Opera Vlaanderen war das überbordende Werk unlängst einen szenischen Wiederbelebungsversuch...
