«Jede Vorstellung ist wichtig»
Herr Loebe, Sie sind seit 16 Jahren Intendant in Frankfurt. Was macht das Fundament eines guten Opernhauses aus?
Wichtig ist, dass die Kollektive – Orchester und Chor, aber auch Bühnentechnik, die verschiedenen Abteilungen – wie selbstverständlich auf einem hohen Niveau arbeiten, auf dem man immer noch etwas herauskitzeln kann. Wir haben in Frankfurt die Situation, dass alle Beteiligten mit Stolz ihren Beitrag leisten wollen, damit bei der Premiere das Gesamtniveau gesteigert wird.
Und so kann man bei dem Selbstbewusstsein aller Abteilungen aus einer guten Produktion noch eine sehr gute machen. Bis zur Premiere wird hier geackert.
Und das passiert immer in ungetrübter Harmonie?
Es gibt auch Phasen, wo man mir am liebsten die Tür zu meinem Büro eintreten würde, weil man sich überfordert fühlt. Nach der Premiere erscheinen sehr gute Kritiken – und schon überwiegt wieder der Stolz, dass man es gemeinsam gepackt hat. Wir spüren überproportional gute Reaktionen vom Publikum und seitens der Medien. Da muss dann vielleicht doch am Haus ein spezieller Geist wehen. Es ist natürlich so, dass ich viel anwesend bin und in fast jeder Vorstellung sitze. Dadurch vermitteln meine engsten ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Die Inszenierungen, in denen sie auftrat, besaßen wenig oder gar keine Sprengkraft. Umso mehr durfte man sich an der vokalen Virtuosität erfreuen, die Anna Netrebko versprühte – als Maddalena di Coigny im Mailänder «Andrea Chénier», wo sie für «die einsam hohe Kunst der cremigen Phrasierung, hell-licht schwebende Spitzentöne, glühende Piani und gutturale...
Ein bisschen erinnert das Ganze an die Geschichte von Phönix, der aus der Asche stieg: Immer wieder hat sich die Oper Frankfurt nach Krisen zu blühender Höhe aufgeschwungen, unterstützt von einem wohlsituierten, neugierigen Stadtbürgertum, das ästhetische Bildung nach wie vor für ein wesentliches Gut hält und dem Ungewohnten, Unerhörten gegenüber aufgeschlossen...
Als er vor sieben Jahren zum ersten Mal «Sänger des Jahres» wurde, gehörte er noch zum Ensemble der Frankfurter Oper. Es war die Zeit seiner Debüts an der Mailänder Scala und der Berliner Staatsoper, bei den Salzburger Festspielen und in Glyndebourne. Dort gastierte Johannes Martin Kränzle seinerzeit mit jener Partie, die ihn 2014 an die Met, 2017 nach Covent...
