Im Höhenflug
Ein bisschen erinnert das Ganze an die Geschichte von Phönix, der aus der Asche stieg: Immer wieder hat sich die Oper Frankfurt nach Krisen zu blühender Höhe aufgeschwungen, unterstützt von einem wohlsituierten, neugierigen Stadtbürgertum, das ästhetische Bildung nach wie vor für ein wesentliches Gut hält und dem Ungewohnten, Unerhörten gegenüber aufgeschlossen ist. Das bestätigte sich am «Opernhaus
des Jahres» einmal mehr in jüngster Zeit: Das vielseitige Angebot der Saison 2017/18 fand lebhafte Resonanz.
Warum künstlerische Ambitionen ökonomischer Vernunft und kontinuierlicher Qualitätskontrolle bedürfen, erklärt Frankfurts Intendant Bernd Loebe im Gespräch
Komisch. Man sieht das Foto an und muss augenblicklich an Gibril Farishta denken, diesen tollkühn-tolpatschigen Helden der «Satanischen Verse». Das Foto zeigt das Frankfurter Bahnhofs- und Bankenviertel mit seinen steil aufragenden, schlanken Türmen, und mittendrin eine Flunder: die Städtischen Bühnen. In Gedanken stellt man sich vor, wie Gibril, dieser «unmusikalische Solist», aus einer Höhe von 8840 Metern in freiem Flug in die Mainmetropole fallen, punktgenau im Zentrum der Kunst landen und denken würde: Schön hier!
Der ...
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Jeder große Künstler würde gern der letzte Mohikaner sein – oder der erste Mensch. Wir leben ja immer noch im Zeitalter des Originalgenies – auch, wenn dieser altehrwürdige Sturm und Drang-Begriff aus der Mode kam und längst durch neue, mit dem Zeitgeist von Copy & Paste kompatiblere Worte ersetzt worden ist, wie «Freak» oder «Ikone». Aribert Reimann ist weder das...
Klassisch und nahezu dogmatisch argumentiert: Maler haben auf der Bühne nichts zu suchen. Malerei ist zweidimensionale Raumkunst, Theater dreidimensionale Zeitkunst. Beides zusammengespannt, verträgt sich schlecht. Das letzte Wort in dieser Sache?
In der Praxis drängten sich immer wieder andere Gesichtspunkte als Misslichkeiten vor. Ob Oskar Kokoschkas Entwürfe...
Herr Loebe, Sie sind seit 16 Jahren Intendant in Frankfurt. Was macht das Fundament eines guten Opernhauses aus?
Wichtig ist, dass die Kollektive – Orchester und Chor, aber auch Bühnentechnik, die verschiedenen Abteilungen – wie selbstverständlich auf einem hohen Niveau arbeiten, auf dem man immer noch etwas herauskitzeln kann. Wir haben in Frankfurt die Situation,...
